
Als in den 80er Jahren der Film „Convoy“ in den Kinos lief und „Rubber Duck“ in seinem MACK RS700 auf der Leinwand erschien, hab ich damals davon geträumt, in meinem eigenen LKW über die Straßen Münchens zu fahren.
Ein paar Jahre später hatten ein Kumpel und ich die Idee, einen Doppeldeckerbus zum Wohnmobil auszubauen:
– vorne oben sollte der Fernseher stehen und die schwarze Ledercouch
– im Bereich der hinteren Einstiegstüre unten sollte die Küche sein
– eines der Fenster hinter dem Fahrersitz wollten wir doppeltverglasen, so im Abstand von 20-30cm, das sollte dann ein Aquarium werden.
So könnten Autos, die an uns vorbeifahren die Fische schwimmen sehen.
Mitte der 2000 Jahre hab ich mir Gedanken über meine weiteren Ziele und Pläne gemacht und die Idee von einem Wohnbus flammte erneut in mir auf, um damit in die Welt zu reisen. Allerdings blieb die Idee, einen Bus als Basisfahrzeug zu verwenden, schnell stecken bei dem Gedanken an dessen Bodenfreiheit und den möglichen Straßen in der Welt. Also mußte ein anderes Fahrgestell als Basis her.
Da war er dann wieder, der Traum vom eigenen LKW.
Ein KAT1 A1 der Baureihe X24 sollte es werden:
– ein Dreiachser mit 4,5m Radstand zwischen der 1. und 2. Achse
– mit wassergekühltem MAN Reihen 6 Zylinder mit Turbo, 12l Hubraum, 360PS und 1500Nm Drehmoment.
Gerademal 46 Stück wurden von dieser Baureihe gebaut.


Getauft wurd er natürlich auch, auf den Namen „MAX24“, denn da paßt zu ihm auch!
Der Name kommt aus der Fahrgestellnummer, da steht MAX24:
– „MA“ steht für MAN
– „X24“ ist die Baureihe
2010 hab ich das Basisfahrzeug gekauft und abgeholt, übergangsweise einen Wohnwagen auf die Pritsche geschnallt, um erst mal die Tauglichkeit von Fahrzeug und mir zu überprüfen.


2014 stand fest, daß ich das Projekt weiterverfolge.
Also hab ich einen 20 Fuß Isoier-Container aufs Auto montieren lassen.
In den folgenden 3 Jahren gings an den Innenausbau.
Zu den Prämissen des Ausbaus zählten:
– Unter die Sitzbank sollten die Batterien und Wassertanks und wegen der Gewichtsverteilung sollten diese über der Hinterachse positioniert werden
– das Bett im Container hinten, wegen der 3 Seitenaussicht, und soweit nach oben wie möglich. Somit is unterm Bett Platz für einen Stauraum.
– das Bad sollte ganz nach vorne im Container, ebenfall wegen der Gewichtsverteilung des Gesamtfahrzeugs. Ausserdem sollte im Bereich vom Bad die Eingangstür sein. Somit konnte feuchte Luft gleich nach draussen und die Dusche auch als Dreckschleuse herhalten.
Container:
Als Kabine habe ich mich für einen 20 Fuß Isoliercontainer entschieden, also einem Kühlcontainer ohne Kühlaggregat. Die Außenhaut besteht aus 1mm Stahlblech, innen 1mm Edelstahlblech, dazwischen zur Isolierung aus PU-Schaum. An den Seitenwänden ist die Isolierung 60mm dick, an der Decke 80mm und am Boden 100-120mm. Der Container ist ein LowCube, also mit einer Höhe von 2,43m, nur so bleib ich unter 4m Gesamthöhe. Er hat an allen 4 Ecken einen Ablauf und am Boden 4cm hohe T-Grades. Darauf hab ich meinen Innenausbau gestellt, mit dem Vorteil, falls mir in der Kabine was ausläuft steht mein Ausbau nicht im Nassen und das Wasser kann jederzeit ablaufen.
Wasser:
Frischwasser: ca. 250 Liter, verteilt auf 4 Tanks. Da ich das Wasser nur für WC, Dusche und die beiden Waschbecken in Bad und Küche verwende hab ich keine Filteranlage verbaut.
Abwasser: Grau ca. 50 Liter und Schwarz ca. 100 Liter
Alle Tanks befinden sich innerhalb des Containers und sind somit frostgeschützt. Sie sind aus 10mm Kunststoffplatten geschweißt, da mir die 3mm handelsüblichen zu schwindsüchtig waren. Die großen Frischwassertanks haben zusätzlich Schwallwände eingebaut.
Warmwasser gibt’s über einen 10 Liter Boiler, der im Sommer elektrisch und im Winter einen Heiz-Wasserkreislauf betrieben werden kann.
Heizung:
2x 4KW Autoterm Diesel-Luftheizung, außerhalb vom Container verbaut. Die Luft wird aus dem Container angesagt, läuft durch die Heizung und kommt echt heiß zurück in den Container. Eine der beiden Heizungen hat ein Heizregister nachgeschaltet, der den Wasserkreislauf für den Boiler erwärmt.
Küche:
Ich wollt kein Gas im Auto, also verbaute ich in der Küche ein Kompressor Kühlschrank und ein 2 Platten Induktionskochfeld. Was ich nicht bedacht hatte war, daß das Magnetfeld die Töpfe zum Schweben bringt, was dazu führt, daß die Töpfe von der Platte wandern, wenn das Auto nicht gerade steht!
Ein Tischbackofen ergänzt die Küche.
Strom:
Im Container läuft fast alles auf 24V. Eine Solaranlage auf dem Dach, 6 Panele mit gesamt ca. 1,1 KW, versorgen über einen MPPT die Batteriebank mit einer Kapazität von ca. 14KWh.
Ein Sinuswechselrichter mit 4 KW versorgt das Kochfeld mit 220V. Ein Zweiter gleicher Bauart betreibt die Steckdose in der Küche (Kaffeemaschine, Staubsauger, etc.) und im Stauraum (Aussenkochfeld, Flex, Bohrmaschine, etc.)
Bad:
Die Duschwanne ist ebenfalls aus 10 mm Kunststoffplatten geschweißt, mit mehreren Abläufen. Das Wasser läuft von hier in einen Sammelbehälter und wird in den Grauwassertank hochgepumpt.
Fenster sind von Fa. PaBST- Air tec.:
1 kleines im Bad, je 1 Fenster in der Küche und der Sitzecke, 3 Fenster im Bereich Bett, alle mit Sicht- und Sonnenschutzpissee und Verdunkelungsrolo.
Zur Vermeidung von Kältebrücken ist der Innenausbau nicht am Container verschraubt, sondern stützt sich nur an allen 6 Seiten ab. Schränke sind nicht komplett verschlossen, sondern sind oben und unten 5 cm offen, damit Luft zirkulieren kann.






Fazit:
Ich weiß nicht wie lange ich am Rechner saß und den ganzen Innenausbau auf CATIA V5 konstruiert hab. Aber, es hat sich rentiert, alle die Varianten! Allerdings war ich bei Verlegung von Wasser und Strom ein bisschen sparsam mit meinen Vorüberlegungen, so nach dem Motto, das wird schon hernach klappen. Wär ich da sorgfältiger gewesen, hätt ich mir viel Arbeit erspart. Andererseits hats mir gezeigt, daß es sehr hilfreich war beim der Inneneinrichtung jede Leiste und jedes Brett auszukonstruieren. Ich hatte mir sogar überlegt, welchen Balken ich aus welchem 5m langen Rohling rauszuschneide, damit der Verschnitt so gering wie möglich bleibt ==> kein Reststück war länger als 10cm.
