Abschied (12.5.24)

Das war nach 2010, 2013 und 2017 mein 4 Aufenthalt in Marokko. Weitere kann ich nicht ausschließen!

Was nehme ich mit:
– 3 Monate Erinnerungen!
– jede Menge Wüstenstaub, er ist überall! – es hilft kein putzen, ok dann bleibt er halt da wo er ist!


Die Ausreise um 21.00Uhr war extrem easy, keine Warteschlangen, keine großartigen Kontrolle. Auch die spanischen Zöllner im marokkanischen Hafen waren relaxt, keiner is unterm Auto rumgekrabbelt.
Auch der hochheilige Zettel fürs Auto wollte niemand mehr sehen.
Ich steh auf der Fähre, blicke zurück nach Marokko, mir fällt der Abschied schwer, sehr schwer!


Eines wurd mir aber auch wieder einmal bewußt:
Wie froh kann ich sein, daß ich reisen kann und darf.
Kann, in Form von Gesundheit, Zeit und Möglichkeit.
Darf, weil mein Reisepaß es mir erlaubt.
Have memories, not dreams
Obwohl ich jede Menge Erinnerungen an Marokko habe träume ich davon wieder hinzufahren!


Was laße ich zurück:
– mein altes Altagstempo, ich sehe die Dinge jetzt gelassener
– die lebensfrohen und lachenden Gesichter, die Menschen, die immer zu einem kleinen Scherz bereit sind
– die vielen Menschen, die ich näher kennenlernen durfte, durch ihre Gastfreundschaft





Tanger (11.5.24)
Die Stadt wurde wahrscheinlich im 5. oder 6. Jahrhundert v. Chr. von Karthagern gegründet. Später geriet sie unter römische bzw. byzantinische Herrschaft.
702 wurde sie von den Arrabern erobert.


Mir hat Tanger, als Mix zwischen Europa und Marokko sehr gut gefallen. Auffallend waren auch die vielen Tagestouristen, die von Tarifa und Algeciras herüberkommen.









Ab 1923 wurde die Stadt und ein kleines Gebiet um sie herum von Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Sowjetunion und Italien verwaltet.
1956 wurde Tanger an Marokko übergeben. Seit 2010 wurde mit einem urbanen Umbauprogramm der Charakter der Stadt neu gestaltet und u.a. der Hafen TangerMed gebaut.









1471 übernahmen die Portugiesen die Stadt, 1580 die Spanier und 1661 die Engländer. 1684 wurde sie dann an Maokko übergeben.







Ich schlender durch die Souks, 2x wurd ich angesprochen: ‚komm in meinen Laden, schau dich um‘, klar wollen sie was verkaufen. Ich hab mit den Verkäufern dann ein Gespräch angefangen über alles Mögliche, bis sie beidemale kapituliert haben und sich lieber anderen Touristen zu gewandt haben. Ich habs nach 3 Monaten gelernt, ich kanns jetzt – vielleicht bin ich doch schon ein Marokkaner!
Ich hab jetzt Zeit, keine Eile sitze auf einer Bank im Park, genieße die Sonne und beobachte die Leute und die Touristen, die keine Zeit haben.
auch das ist Marokko
































Die Jungs im Hintergrund erledigen das Schlachten und zerteilen.





Rabat und Sale (27.4.-5.5.24)


(im Hintergrund das große Theater, der Mohammed Vi Tower und der Hassan Turm)

1627 schlossen sich die beiden Städte Salé und Rabat zur unabhängigen Republik Bou-Regreg zusammen, die durch Freibeuterei und Sklavenhandel zu beträchtlichem Reichtum gelangte, für eine wirtschaftliche Blütezeit und von der Iberischen Halbinsel zugewanderte Andalusier für ein Bevölkerungswachstum sorgte. Mit Beginn des Französischen Protektorats wurde Rabat 1912 Sitz des Generalresidenten.

1933 wurden die ersten Hominiden-Schädelknochen Nordwestafrikas in der Nähe von Rabat gefunden, die von einem Homo erectus oder, wahrscheinlicher, von einem etwa 100.000 Jahre alten Homo sapiens stammen. Steinwerkzeuge aus der näheren Umgebung deuten auf eine neolithische Besiedlung hin.
Vermutlich ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. besaßen die Phönizier einen Hafen am Bou-Regreg. Nachweisbar ist erst der karthagische Siedlungsplatz Sala am südlichen Flussufer aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.
Rabat ist neben Fès, Meknès und Marrakesch eine der vier Königsstädte Marokkos. Der Name geht auf eine islamische Grenzfestung (Ribat) zurück, die Zanata-Berber im 10. Jahrhundert an der Flussmündung des Bou-Regreg errichteten. Im 12. Jahrhundert ließen die Almohaden den Ribat zu einer befestigten Stadt (Kasbah) erweitern, die bis ins 19. Jahrhundert mit und in Konkurrenz zu Salé eine bedeutende Handelsstadt blieb.
Der Hassan-Turm, links im Bild im Hintergrund der mittleren Straßenlaterne, ist das unvollendet gebliebene Minarett der ebenfalls unvollendeten Großen Moschee in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.



Der Mohammed VI Tower ist ein 55-stöckiger, 250 m hoher Wolkenkratzer in der Stadt Salé, an der Grenze zu Rabat. Es ist das dritthöchste Gebäude Afrikas sein.
Das große Theater in Rabat: Die wellenförmig geschwungene Linien und fließende Konturen, sind sowohl dem angrenzenden Fluss wie auch der arabischen Kalligraphie nachempfunden. Neben dem Hauptsaal mit 1.800 Sitzen umfasst der Bau auch eine als Amphitheater mit 7.000 Sitzen konzipierte Freilichtbühne, einen kleineren Saal, Räumlichkeiten für Workshops und ein Restaurant mit Panoramablick.
Verbunden sind Rabat und Sale über eine große Brücke, für KFZ, Straßenbahn und Fußgänger. Viel interessanter sind 1 km stromabwärts die Ruderboote, die die Fußgänger für 2,50 dh (ca. 25Cent) über den Bou-Regreg bringen.



Die Souks von Rabat:






















Die Souks von Sale:

Also ein Luftbild aus nördlicher Richtung






Ich bewege mich durch die Souks in Sale, bei Tag und bei Nacht, bleibe stehen, schaue zu, fotographiere, manchmal ein kurzes Gespräch.
Über eine Woche bin ich nun hier, man kennt mich, man grüßt mich.
Ich fühl mich nicht als Fremder!










Der Hosengürtel brauchte noch 3 zusätzliche Löcher. Ich bin in eines der Geschäfte gegangen, das Stoffe verkauft hat um den Besitzer zu fragen, ob er das machen könne. Dieser hat sogleich einen anderen Herrn, der gerade marokkanischen Tee ausliefern wollte, herbei gewunken. Der stellt sein Tablett auf den Stufen ab und bringt mich 200m weiter in eine Schneiderei. Ein Locheisen und 3 Schläge später erfüllte mein Gürtel wieder seinen Zweck. Ich hab beide noch gefragt, was ich schuldig bin – man hat mir nur einen schönen Aufenthalt gewunschen!





Übrigens: die Souks öffnen um 9Uhr und schließen um 22Uhr, 7 Tage die Woche. Nur während des Ramadan haben manche Läden geschlossen.
5.8.24:
aktuelle Temperatur: 35° bis 40°!

30.4.24: Champions-League –
FC Bayern gegen Real Madrid
Wie immer wenn Fußball ist sind die Straßen leergefegt, alle sitzen in den unzähligen Cafes und schauen das Spiel. Alle fiebern mit. Marokko ist fußballfanatisch, sagen sie selbst von sich.
Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, für wen ich mitfieber hab ich mir die Lederhose angezogen!
Akchour (23.4.24)
Akchour ist ein Ausflugsziel im Rifgebirge in der Nähe von Chefchaouen, aber seht selbst:

vor der Felswand (re. im Bild) war eine Schaukel aufgebaut, die von einem Herz aus Blumen umrahmt war. Ein junger Mann hat Bilder gemacht von denjenigen, die sich in der Schaukel sitzend vor der Kulisse foltogrfieren lassen wollten. natürlich für Bares



Es htt auch größe Wasserfälle gegeben, aber die sind 2 Stunden fußmarsch entfernt – zu heiß dafür!







Ich hab nur die Landschaft fotografiert. Der Betreiber des Restaurants nebenan hat mit mir einen Stuhl und Tee angeboten und ist kurz drauf gegangen. Da frägt mich der junge Mann, ob ich ihn mitnehmen würde nach Europa, er wolle sich im Auto verstecken!
Ich weiß nicht mehr wie oft ich sowas gefragt wurde, bis hin zu „willst du mich adoptieren“



Toter Wal und Kabelsalat (22.4.24)
Qued Laou ist eigentlich ein kleiner schöner Fischerort an der Mittelmeerküste, aber leider heute nicht.



Auf der Suche nach einem Parkplatz fahr ich die Strandpromenade ab, als mir plötzlich eine Menschenansammlung, Absperrgitter, Polizei und Militär an der Promenade auffallen und ein echt übler Gestank!
In der Nacht wurde am Strand ein toter Pottwal angeschwemmt, der offensichtlich von einer großen Schiffschraube erwischt worden ist. Ich hab noch eine Weile zugeschaut bei den Aufräumarbeiten.

Der große Radlader schafft die Einzelteile vom Strand…

Nachm Mittagessen wollte ich wieder aus der Stadt und Richtung Akchour weiter und fahr ein einspureige Einbahnstraße mit Parkstreifen entlang, links und rechts Häuser, als durchs offene Fenster ein Geräusch an mein Ohr dring, als ob ich ein anderes Auto erwischt hätt, incl einer Art Peitschenschlag. Vollbremsung, Spiegel kontrolliert, nein kein Auto, 2. Spiegelblick und da seh ich das Malheur, oben am Spiegelrand seh ich eine Stromleitung, die verdächtig gespannt ist zwischen meinem Auto und dem Haus. Ausgestiegen, hinters Auto gegangen und pfeilgrad, die Leitung hat sich am Kurbelmast verfangen und spannt sich in dreiecksform vom Haus zum Auto und zum Holzmast, der sich auch schon um 30° geneigt hat. 2m zurückgesetzt, Leiter raus, hinten aufs Ersatzrad gestiegen und Leitung ausgefädelt. Der Hauptstrang hing jetzt fast bis auf den Boden durch, der Rest, naja der hing halt auch irgendwo runter. Mittlerweile kommen immer mehr Leute auf die Straße, der nachfolgende Verkehr staut sich, sieht ein, daß auf der Straße nix weitergehen wird und beginnt eine Umfahrung zu suchen, auf marokkanische Art, mit viel gehupe und wildem fuchteln.
Kommt einer auf mich zu und sagt auf deutsch: ‚Das ist kein Problem, das können wir reparieren, gib uns 100dh‘ (ca. 10€)
Ich sag: ‚Nein, kommt nicht in Frage, wenn ihr euren Kabelsalat nicht auf 4m hängen könnt, dann ist das nicht mein Problem!‘
2 Polizeiautos sind auch schon an der Straßenkreuzung 10m hinter mir, aber keine steigt aus, sie unterhalten sich nur. Bankangestellte kommen auch schon auf die Straße und geben mir zu verstehen, ich soll einfach weiterfahren. Das geben mir noch 2 weitere Leute zu verstehen. Ich nochmal zu dem Herrn: ‚Sorry, aber das habt ihr verbockt, das ist nicht mein Problem‘. Ich folge dem Rat der Passanten zu verschwinden, das wird wohl auch das beste sein, nachdem sich auch die Polizei nicht sonderlich dafür interessiert. Also ab ins Auto und hab den Schlammassel hinter mir gelassen. Erst als ich ein paar km außerhalb der Stadt war hab ich aufgeatmet. puh!
Normalerweise hab ich schon auch einen Blick nach oben, aber in der Häuserschlucht hab ich echt ned damit gerechnet!
Mittagessen in Straßengrill (15.4.24)
Ich geh an die Theke, gib meine Bestellung auf: am Balkan würde man Cevapcici dazu sagen.
Der Metzger schneidet das Fleisch von der Rinderkeule, die da so lustig im Restaurant vor sich hinbaumelt, drehts durch den Wolf, wiegt die bestellten 300g ab, würzt das mit Zwiebel, Peterilie und Salz, der Grillmeister formt es mit der Hand zu so Würstln und grillt des dann. Serviert wirds dann mit gegrillter Tomate und Zwiebel, 1 Flasche Wasser, marokkanischer Minztee und ein ½ Fladenbrot.
Kostenpunkt: 50 dh
Mitwirkende: Metzger, Restaurantchef (Kellner), Grillmeister, Gehilfe (Spüler/Tischabräumer)
wenn ich die Zutaten selber kaufe:
– 300g Rinderhackfleisch
– 1 Flasche Wasser
– 1 Minztee (im Straßenverkauf)
– ½ Brot
– Tomate & Zwiebel
macht zusammen (ohne Grillkohle):
dann bezahle ich:
30 dh
7 dh
5 dh
1 dh
?
< 40dh
Grillnachmittag (12.4.24)



Es ist früher nachmittag. Ich hab mir grad den Stuhl in den Schatten gestellt und wollt eigentlich ein Buch lesen, da kommt eine Docker angeknattert. Ein junger Mann steigt ab, kommt auf mich zu und stellt sich vor, er heißt Moncef. Da er nur wenige Worte Englisch spricht läuft die Kommunikation über Google-translator.
Moncef: „Da vorne sind Touristen. Willst du da hinschauen?“
Ich: „Schön. Aber was soll ich bei den Touristen.“
Moncef: „oder willst du lieber zu meiner Familie mitkommen?“
Ich hab mir gedacht: warum eigentlich nicht, sag „ja, ich räume nur schnell meine Sachen auf“
Moncef: „Vergiß nicht das Auto abzusperren“, und schon knattern wir auf seiner Docker zu den anderen, die gerade im See das Hünchenfleisch waschen um es nachher zu grillen.
Die anderen fragen mich, ob ich was rauchen will und ziehen eine kleine Tüte Haschisch aus der Jackentasche. Ich lehne dankend ab.
Im Schatten der nahegelegenen Bäume, wir sitzen am Boden, auf dem Feuer wird das Fleisch gegrillt, Mohammed zieht einen Topf nach dem anderen durch die Pfeife, liegt mittlerweile mehr als er sitzt und is nur noch am Lachen.
Ich: „Trinkt ihr auch Alkohol?“
Moncef: „Hast du etwa einen?“
Ich hol meine letzten Reseven aus dem Auto, stell 5 Schnapsgläser auf, da interveniert Hamza „mein Bruder bekommt keinen!“
Die 2 Brüder diskutieren miteinander, Moncef ist 18 Jahre habe ich mittlerweile erfahren, ich fange an einzuschenken. Beim 4 Glas, das wäre das für Moncef, fülle ich wirklich nur soviel ein, daß der Boden von Glas gerade einmal naß ist und schau Hamza fragend an. Mohammed beobachtet mich, versteht meine nicht ausgesprochen Frage an Hamza und rollt sich vor Lachen am Boden. Hamza gibt seine Einwilligung, ich soll doch noch ein bisschen was einschenken. Als das Glas halb voll ist gibt er mir zu verstehen, daß das genug ist für Moncef. Moncef sagt, daß er die Entscheidung seiner Familie akzeptiert – noch!
In der Zwischenzeit hat Mohammed sein Glas schon getrunken und kann beim Anstoßen gar nicht mehr mitmachen.
Ich schenk die 2 Runde ein. Als ich an Moncef vorbeikomme, schenk ich nicht nach, sondern fächle ihm nur den Geruch zu. Das ist der running gag des Nachmittags, wir haben soviel gelacht, auch Moncef hat sich über diese Aktion schief gelacht.
Wir haben gegessen, uns noch kurz unterhalten, dann haben sie ihre Sachen gepackt, mir die restlichen 1 1/2 Brote geschenkt und sind nach Hause gefahren. Ich bin dann doch noch dazugekommen, mein Buch zu lesen.
Danke Jungs für den lustigen Grillnachmittag.
Rifgebirge (April 24)

















Unterwegs im Rifgebirge stand er, völlig unerwartet, hab ich vorher noch nie gesehen und auch in einschlägiger Literatur hab ich keine Angaben über diese Tierart gefunden.
Also hab ich was Neues entdeckt, ein pussierliches Tierchen und hab ihn „Stachelhase“ getauft, kann aber keine weiteren Angaben machen über Verbreitung, Nahrung und Fortpflanzung!
Volabilis (7.4.24)
Volabilis ist eine römische Stadt von 25 v.Chr., also die Überreste davon, in der Nähe von Meknes



An gleicher Stelle stand davor schon eine Siedlung, die sich auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurück datieren läßt.



168 n.Chr. wurde dann noch eine 2,4km lange Stadtmauer mit 8 Toren um die 15 Hektar größe Stadt gebaut!
von Demnate nach Beni Mellal (um den 1.4.24)
… ich bin der R302 gefolgt, durchs Atlas Gebirge, rauf bis auf 2800m. Ich laber ned rum, genießt die 77 Bilder – viel Spaß!













































































5 Tramper und die Polizei (23.3.24)
Die Strecken in Marokko sind lang. Die Marokkaner fahren mit Mopeds, mitm Rad oder gehen zu Fuß oder Trampen. Für mich ist es auch eine Abwechslung, aus der sich meißt interessante und lustige Geschichten ergeben, so wie auch diese:
Gerade vor oder nach dem Schulunterricht gibt es unzählige junge Leute, die auf eine Mitfahrgelegenheit hoffen. Ich hatte schon ein paar Tage zuvor bei 4 Jungs angehalten, da sind aber dann nur 2 eingestiegen, da ich ja nur 2 frei Plätze hab.
Dieses Mal standen 5 Jungs am Straßenrand und die sind auch tatsächlich alle 5 eingestiegen! Auch wenn auf dem Bild nicht alle zu sehen sind: 4 Jungs sitzen auf 2 Plätzen, einer mußte stehen! – Gurtpflicht gibt es nicht in Marokko, auch keine Helmpflicht.
Lustig gings grad zu auf den 10km, als einer von ihnen mich darauf aufmerksam macht, daß in 1km, also kurz vor ihrer Schule, eine Polizeikontrolle kommt!
Das klingt nach Abenteuer.
Und tatsächlich! Wie wild hatte der Polizist in seine Trillerpfeife gepustet und … mich durchgewunken. Im Vorbeifahren hat er sich bei mir bedankt, weil ein Tourist den Einheimischen weiterhilt!

Sackgasse (21.3.24)
Übrigen: ist euch schon mal aufgefallen, Märchen fangen immer an mit „es war einmal…“ und die interessanten Geschichten fangen an mit „eigentlich wollte ich nur…“
Eigentlich wollte ich nur den Atlas Richtung Norden durchqueren und hatte mir eine Strecke ausgesucht, die in El-Kelâa M’Gouna begann und dann durch die Berge führt, irgendwann auf die R307 stößt und in Demnate endet, so der Plan.
Auf der Anfahrt nach El-Kelâa M’Gouna:

















Als ich dann aus dem Tal raus bin, kam ich auf eine Hochebene. Für 30km Piste hab ich 6h gebraucht, um dann festzustellen, daß der Weg, der in das nächste Tal führt, für mein Auto ein bisschen zu klein ist. Also blieb nix anderes übrig als den ganzen …., ich mein natürlich die ganze Strecke wieder zurück zu fahren, incl. der 30km durch das schöne Tal vom Vorabend.

Gabi und Frank (3.23)


Kennengelernt habe ich Gabi und Frank auf dem Campingplatz in Meknes, denn irgendwann stand ihr KAT unweit von meinem auf dem Platz. Wir haben festgestellt, daß wir uns in Merzouga wiedersehen werden ….
… um gemeinsam den Erg Chebbi zu umrunden und erste Erfahreungen im Sand zu machen. 2 gleiche Autos sind da hilfreich!
re im Bild: eine verlassene Bergarbeitersiedlung, sie haben Blei abgebaut!

Nach den Ereignissen am „Erg Chebbi“ (s.u.) stand schnell der Entschluß fest, daß wir auch die Pisten von Merzouga nach Zagora und von dort weiter über den Erg Chigaga bzw. Lake Iriki zusammen fahren werden:















Letzten Monat gab es 2 Tote duch Felssturz in den Stollen!







Gabi und Frank,
danke für die schönen und angenehmen Tage mit Euch.
Wir sehen uns irgendwo wieder auf der Straße, spätestens in Canada.
Gruß Bernhard
P.S. @Gabi: wenn du zuhause bist, vergiß nicht die Hortensien zu schneiden! – ihr könnt mich auch gerne informieren, wenn 2 KAT vorbeikommen 😉
(2 unvergeßliche Inseider Witze, aber das bleibt unser Geheimnis)
Erg Chebbi – Bergeaktion (7.3.24)

Der Erg Chebbi ist der größte Dünenkomplex in Marokko, hier im Bild ein Ausschnitt des Sandhaufens, im Vordergrund die Stadt Merzouga.
Eigentlich wollten Frank, Gabi und ich nur den Erg Chebbi umrunden, ca 40km, und ein bisschen im Sand spielen, mit den LKWs.
Natürlich wird man im Lauf der Zeit immer mutiger und so kam es, wie es kommen mußte, Frank hat sich oben aufm Dünenkamm mit seinem 19t LKW festgefahren und lag mitm Unterboden auf. Sowas passiert hat, wenn Jungs spielen gehen!
Also wir die Schaufeln raus und erst mal soweit wie möglich alles frei gemacht. Dank „Murphys Law“ wurd der Wind immer stärker – Lernerfolg: Sonnenbrillen helfen auch gegen fliegenden Sand. Ein Marokkaner kam auf seinem Moped, hat sich neben uns in den Sand gesetzt, zugeschaut, hat seine Hilfe angeboten und mit den Händen gegraben.





Wir wollten den Koloss rückwärts von der Düne ziehen und das Ganze mit der Winde machen, incl. Umlenkrolle, wozu hab ich mir das Ding denn sonst einbauen lassen! Das Seil war noch nicht mal richtig straff, da is der KAT schon fast freiwillig vom Dünenkamm runter. 2 Greenhorns im 1. Versuch – yes! Nach ca. 1h war alles erledigt, davon haben Auf- und Abbau länger gedauert, wie der eigentlich spannende Teil. Allerdings wäre es besser gewesen, an den Fahrzeugen die Fenster, trotz Hitze, geschlossen zu halten: die Folge, es war überall Sand in der Kabine!


Der Marokkaner, Said heißt er, hat uns angeboten bei ihm und seiner Familie zuhause einen Tee zu trinken, um zu entspannen nach der Aktion. Said ist 34 Jahre alt, seine Frau 30 und die Tochter 1 Jahr. Zu Besuch war die Nachbarin und Freundin, 17Jahre mit ihrem 2 Jahre alten Sohn.

Auf der Roomtour zeigte er uns sein Haus: die Küche, die Speisekammer, das Schlafzimmer, die Außenküche und den Lagerraum fürs Futter seine 40 Schafe und Ziegen. Neben seinem Haus hat er ein Zelt aufgebaut, denn oft kommen Touristen auf dem Kamel, von Merzouga 3h quer durch den Erg Chebbi, angeritten, um im Zelt in der Wüste zu übernachten.







„Wollt ihr wirklich heut noch weiterfahren, es ist schon spät. Ihr könnt hier parken und im Auto schlafen, ich lade euch zum Abendessen ein.“ So saßen wir, geschützt vom Wind, in seinem aus Lehm gebauten Haus im Aufenthaltsraum, der einzige Raum mit Licht über Solar und Batterie gespeist. Wir haben beim Tiere füttern geholfen und dabei erfahren, daß der Grundwasserspiegel immer weiter sinkt und der Brunnen sich nicht mehr tiefer graben läßt. Der letzte Regen ist vor 6 Jahren gefallen.
Gabi hat bei den Vorbereitungen zum Abendessen in der Küche mitgeholfen. Es gab Couscous mit Gemüse und getrocknetem Huhn.



In der Nacht sind noch die beiden Brüder seiner Frau angekommen, um den neuen Esel zu „erziehen“.
Am nächsten Morgen gabs zum Frühstück: Tee, Brot, Öl und Marmelade.
Said, ich wünsch dir und deiner Familie auf diesem Wege nochmal alles Gute, viel Gesundheit und Allah behüte dich.
Vielen herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft, du hast uns einen unvergesslichen Einblick in dein Leben gewährt.


Himmeltreppe und wieder ein Herr aus Österreich (4.3.24)
(lest dazu auch die Geschichte: „Spanien – Reifentausch und ein Herr aus Österreich“ )
Des muß ich jetzt ein bisschen ausführlicher schreiben, damit die Gesamtsituation entsprechend rüber kommt:
Ich erreiche die Himmelstreppe auf meiner Offroadtour. Ein Kreis aus Steinen umringt das Monument ab, im Abstand von ca 100m. Es sitzt ein Marokkaner da, hier im Nirgendwo, 20 Pistenkilometer in jede Richtung entfernt vom nächsten Dorf. Kein Stuhl, kein Tisch, kein Sonnenschutz. Von anderen Reisenden hab ich erfahren, daß er das Monument bewacht und den Eintritt kassiert. Ich hab das Auto abgestellt, Motor aus und bin erstmal sitzen geblieben und hab die Himmelstreppe auf mich wirken lassen: wer baut sowas hier an diesem Ort?
Während ich ein paar Fotos von der Himmelstreppe mache taucht plötzlich ein 2. Marokkaner mit einem kleinen Kind auf. Der Kleine stürmt auf mich zu und fängt auf arabisch ganz aufgeregt an, irgendwas zu erzählen – es war definitiv kein betteln. Ich hab dem Jungen dann erklärt, daß ich keine arabisch verstehe. Der Vater kommt hinzu und erklärt mir auf englisch, daß der Junge mich gefragt hat, ob ich eine Plastikflasche hätte, damit er damit spielen könne. Ich gab dem Jungen die leere Trinkwasserflasche, die ich noch im Fahrerhaus hatte. Der Junge schraubt den Deckel der Flasche ab, gibt ihn mir zurück und beginnt sofort, Sand in die Flasche einzufüllen. Ich: Soll ma den Flaschenhals abschneiden? Der Vater nickt. Ich hab den Flaschenhals abgeschnitten, den Deckel wieder aufgeschraubt und mit dem kleinen Plastikteil Sand in die Flasche gefüllt. Der Junge spielt sofort damit weiter.
Zwischenzeitlich hat der Wachmann mir 5m vors Auto auf einem Tuch ein paar Sachen gelegt, die er aus Stein gefertigt hat und offensichtlich mir zum Kauf anbietet, gesagt hat er kein Wort.
Ich hab den Vater gefragt, wie alt der Junge ist und er schreibt daraufhin 2,5 in den Sand.
Der Wachmann bringt mir ein kleines Glas Minztee.
Jetzt betritt ein Motorradfahrer aus der Steiermark die Bühne und stellt sein Motorrad direkt vor mir ab. Wir begrüßen uns und er fängt sofort an zu erzählen: Mir tun die Handgelenke schon weh, ich hab heut schon 150 Pistenkilometer hinter mir – der will sicher Geld kassieren, aber ich zahl dafür nix! und steigt, mit seiner Kamera in der Hand, über den Steinkreis. Der Wachmann fordert ihn auf stehen zu bleiben, der Österreicher ignoriert die Aufforderung, geht weiter, der Wachmann ruft ihm eine 2 Aufforderung zu, läuft ihm hinterher, hält ihn am Arm fest und zieht einen in Klarsichtfolie eingepackten Zettel aus seiner Hosentasche, den er dem Österreicher geben will. Der ignoriert das Papier, dreht um und geht wieder auf sein Motorrad zu, laut schimpfend. Der Wachmann gibt darauf mir den Zettel, so nach dem Motto: erklär du ihm bitte was da geschrieben steht. In mehreren Sprachen, u.a. auf Deutsch, steht da, daß er von den Behörden ermächtigt ist, zur Erhaltung des Monuments, 150Dh (etwa 15€) als Eintritt zu kassieren. Der Österreicher setzt seinen Helm auf, verabschiedet sich von mir und verläßt die Bühne! Wir schauen dem Motorrad hinterher
Ich hab dann noch ein bisschen mit dem Jungen im Sand gespielt, den Deckel abgeschraubt und den Flaschenhals als Trichter verwendet. Begeistert hat er sich den Sand auf die Hand rieseln lassen.
Ich hab mich von den Marokkanern verabschiedet, hab dem Wachmann 10Dh auf seine Auslegeware gelegt und wollte ins Auto steigen. Der Junge aber wollte mich nicht gehen lassen, hat mich bei der Hand genommen, weil er mir noch zeigen wollte, wie toll er von den Steinen runterspringen kann.
Zur großen Freude des Jungen hab ich dann bei der Abfahrt noch 2x gehupt.
P.S.: Dem Österreicher wurde kein Tee angeboten!!! – mehr sag ich nicht dazu.
P.P.S.: … ich muß aber, auch mit Blick auf den Post vom Reifenwechsel in Spanien: …. Wer is jetzt da der Piefke? Liebe Österreicher, ich denke, die Rollen sind mittlerweile vertauscht!


Die Himmelstreppe ist Teil einer in Büchern und im Internet beschriebenen „Künstlerpiste“ – hier weitere Impressionen dieser Strecke:





Unweit der „Himmelstreppe“ und der „Stadt des Orion“ gibt es noch ein 3. Kunstwerk von Hannsjörg Voth, die „goldene Spirale“, das hab ich aber nicht besucht. Die Beschreibung könnt ihr nachlesen auf http://www.hannsjoerg-voth.de/08_goldene_spirale.html
Da ich euch nicht sagen kann „warum“, wendet euch bitte an ihn selbst. 🙂




quer durch den Hohen Atlas (2.3.24)
Weiter geht die Fahrt von El Ksiba über Ilmichil nach Er Rich, über die N12 und dann die R706.





Eigentlich hab ich gedacht, ich hab meinen Übernachtungsplatz gefunden – Bild oben. Auto abgestellt, mir den Stuhl raus gestellt und hab mir meine Brotzeit ausm Auto geholt. Dann kommt ein anderes Auto, 3 Männer sitzen drin: Hallo, wie gehts, is alles ok bei dir, willst ein Bier. Den Glasscherben rund rum zu urteilen kommen die öfter hierher und sind auch nicht die Einzigen!
Ich widme mich weiter meiner Brotzeit, es dämmert schon, da knattern 2 Mofas auf den Platz. Der 1., so um die 50 mit traditioneller Kapuzenjacke, der 2., so Mitte 30 in Lederjacke. ‚Ja sie wären von den örtlichen Behörden, ob ich hier übernachten wolle, meinen Ausweis wollen sie sehen und fotographieren.‘ Also hab ich mir erstmal ihre Dienstausweise zeigen lassen und diese ebenfalls fotografiert. ‚Also ich kann hier nicht bleiben, hier wär es nicht sicher, es gäbe Diebe, sie bringen mich an einen sicheren Ort.‘ Was tun? Angesichts dessen, daß sie draußen, mittlerweile war es stock dunkel, auf mich gewartet haben, blieb mir nichts anderes übrig und hab zusammengepackt. Dann sprang dem einen sein Mofa nicht an, beim anderen klappte der Hauptständer immer wieder aufn Boden, Funken haben gesprüht, er hat versucht ihn mitm Fuß immer irgendwie hochzuklappen und einzurasten. Na Bravo, ich schau mal was des wird, Gas geben kann ich immer noch!
Sie haben mich an eine Tankstelle eskortiert, ‚hier kann ich bleiben, hier is es sicher‘, ich soll mich da an den Rand hinstellen. Der eine geht zum Tankstellenbesitzer und erklärt ihm die Sitiuation – der ist gar nicht amused! Er kommt zurück, ’nein hier kann ich doch nicht bleiben, wir bringen dich in den Hof von der Gemeindeverwaltung.‘ Das war dann mitten im Ort, auf der Straße war das ganze Dorf unterwegs, leiten die mich in einen kleinen umzäunten Bereich, durch ein mit marokkanischen Flaggen dekoriertes Tor, 3 Stellplätze für PKW und dann komm ich mit meiner Wuchtbrumme, die grad so durchs Tor paßt, ohne die Flaggen zu ramponieren.
‚Ob ich sonst noch was brauch, ob ich alles hab, Wasser gibts da drüben, der Wachmann ist die ganze Nacht hier, ich kann morgen losfahren wann ich will.‘ Ich hab mich noch ein bißchen mit dem Wachmann unterhalten. Ein LKW-Fahrer, der auch dort parkte, wollt mir unbedingt seinen 7,5t Tanklaster zeigen, mit dem er den Ort mit Wasser versorgt, also hab sein Auto noch ein bisschen gelobt. Die Nacht verlief ruhig und hab am nächsten Morgen mein Auto unfallfrei wieder aus dem Hof rangiert.











hat ein bisschen gedauert bis ich mich mit meim Auto da durchgewurschtelt hab









von Azrou nach Kenifra (29.2.24)
So, aber jetzt los, runter von der Hauptstraße und dann schauen was kommt, darum bin ich abgebogen und über die P7217, P7311 und P7306 von Azrou nach Kenifra gefahren. Übrigens, das P in der Straßenbezeichnung bedeutet Piste.

Berberaffen auf der Straße


noch 2 weitere Wohnmobile haben den Platz entdeckt





Meknes (28.2.24)

wie lange dauert so ein Mosaik?





Touristen haben keinen Zutritt

also quasi 3 im Wegla auf marokkanisch







Fes (25.2.24)
FES ist neben Marrakesch, Meknès und Rabat eine von 4 Königsstädten Marokkos und hat, mit über 8000 Gassen, die größte und, mit ca. 1200 Jahren, die älteste Medina, also Altstadt, in Nordafrika. Allerdings sind von den etwa 11.000 historischen Gebäuden ca. 4000 akut einsturzgefährdet, da die Fundamente Wasser ziehen und die Dächer undicht sind. Die Renovierungskosten sind so hoch, daß es für das Land nicht bezahlbar ist.
Die prachtvollen Innenhöfe, so genannte Rijads, sind mit uralten Mosaiken und aufwendigen Holzschnitzereien verziert, die Brunnen dienen nicht nur der Versorgung sondern auch zur Kühlung, gerade im Sommer, wenn die Temperaturen auf über 40° steigen.
P.S. Die Erfahrungen, die man aufm Oktoberfest macht in Bezug auf Geschiebe, Gedränge, Enge und dem Mix aus unterschiedlichen Gerüchen, waren in der Medina sehr hilfreich!

Diese Moschee bietet Platz für 10.000 Betende. Auf der Minarett sieht man 3 Kugeln, stellvertretend für die zum Leben notwendigen Dinge: Brot, Wasser und Salz

Schon die Tore zur Stadt lassen großartiges erwarten.
li.: auf der Fahrt Richtung Medina
re.: das Tor zur Medina, mit Mosaik














Die Arbeiter klettern in die Bottiche, früher in normaler Bekleidung, heute mit Fischerhosen und armlangen Handschuhen.
Die Gerberei: verarbeitet werden Häute von Schafen, Ziegen, Rindern und Dromedaren, ca. 200 Häute pro Tag, die teilweise nach Italien exportiert werden, das Meiste wird in der Medina zu Taschen, Sitzkissen, Jacken, Gürtel u.a. verarbeitet. Gegerbt wird mit Taubenscheiße, der den Amoniak liefert, gefärbt zur mit aus der Natur gewonnen Farben.








In jedem Stadtbezirk gab es immer 5 Einrichtungen:
– eine Moschee
– einen Brunnen
– einen Ofen
– ein Hamam und
– einen Ofen


Blinder Passagier (20.2.24)
In Marokko hab ich mich mit Mike und Heidi getroffen. Wir waren in Fnideq, ca. 5km von der Grenze nach Ceuta, Spanien, die Autos nebeneinander abgestellt auf einem „bewachten“ Parkplatz im Ort. Nach einem Stadtrundgang kommen wir zurück zu den Autos, ich steig gerade in die Kabine, da ruft Heidi: Bernhard, da is einer unter deinem Auto!
Tatsächlich kletterte gerade ein junger Mann über die Kardanwelle und wollte sich im Rahmenzwischenraum im Bereich der 2. und 3. Achse verstecken. Ich hab im zugerufen, er solle verschwinden und hab mit dem nassen Putzlumpen nach ihm geschlagen. Als er unterm Auto herausgekrochen ist, habe ihn gestellt und ihm gesagt, daß wir jetzt zur Polizei gehen. So schnell hab ich selten jemanden laufen sehen und er war, wie beabsichtigt, dauerhaft verschwunden. Der junge Mann hat wohl gedacht, wir sind auf dem Weg Richtung Norden zur Grenze nach Ceuta, Spanien. In Wirklichkeit wollten wir aber 50km Richtung Süden fahren. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er sich auf dieser Strecke nicht mehr hätte halten können.
Damit aber nicht genug: ich wollt grad rückwärts aus dem Parkplatz raus, schau in den Rückspiegel und seh, wie erneut jemand versucht, diesmal aufs Fahrerhaus zu gelangen… Natürlich durfte auch er nicht mitfahren.
Grenzkontrolle (18.2.24)
Anreise mit der Fähre von Algeciras nach TangerMed. Auf der Fähre wurden wir gleich aufgefordert, das Einreisedokument (fishe) auszufüllen und der Polizist hat gleich die Paßkontrolle durchgeführt und den Paß gestempelt.
Dann runter von der Fähre und zur Zollkontrolle: Passport und Fahrzeugdokumente. Mein Fahrzeug hat der Zöllner gleich auf die Seite gewunken, an der die ganzen Kleintransporter und Kombies standen. Die ganzen Auto waren ausgeräumt und die Fahrer hatten ihre Waren fein säuberlich daneben ausgebreitet. Na hoffentlich muß ich das nicht auch machen!
Einen kurzen Augenblick später kam der Zöllner, der mit meinen Papieren verschwunden war, zu mir zurück: Haben sie etwas anzumelden? – Haben sie eine Drohne oder Waffen dabei? Natürlich mußte er noch in die Kabine. Ein kurzer Blick und mit den Worten Schöner Ausbau! Hat er sich auch schon wieder umgedreht und ist die Leiter wieder hinuntergestiegen.
Der 2. Zöllner kam mit Hund und ist mit ihm ums Auto gegangen.
Wollen sie auch in die Kabine?
Als ich die Leiter wieder angelehnt hab sagt der Zöllner: Da kommt der Hund nicht rauf, dreht sich um und geht zum Fahrerhaus, ich sperr auf, er öffnet die Türe und fordert den Hund da rein zu schnüffeln und dann am Staukasten. Der Hund schaut sein Herrchen fragend an als wollte er sagen: was soll ich denn hier, da is mein Spielzeug doch auch nicht drin!
10min hab ich noch gewartet, dann kam der 1. Zöllner mit meinen Papieren zurück und überreichte mir ein scheckkartengroßes Papier, auf dem ein QR-Code, Nummer meines Ausweises, Kennzeichen und FIN vermerkt sind.
Dauer beim Zoll: ca. 30min

Grias di Sepp,
des gfreid mi, daß da de Seitn, mit all meine Erinnerungen gfoid. Du konnst da gar ned vorstelln wia i de Zeit genieß. I woas gar ned, wie des früher ois so ganga is. Mei bin i froh, daß i des so gmacht hab, wiar is gmacht hab.
I denk oft zruck an den Satz den du zu mia gsagt hast: do mechat i a hi.
Dank da schee für deine Wünsch, bleib a du gsund und genieß a du dei Zeit.
I hoff daß i s zur Kirta schaff, na seng ma uns und dringan a scheene Maß mitnand.
Scheena Gruaß aus Marokko
Bernhard
Hallo Bernd
Aufmerksam und neugierig verfolge ich deine Berichte und bin hin und weg von deinen Erzählungen.
Schön deine Geschichten lesen und die zugehörigen Bilder zu bestaunen. Du erlebst ja jede Menge Geschichten und kommst mit deinem Fahrzeug an Orte die ich nie im Leben sehen werde.
Ich wünsche dir eine schöne Zeit, eine unfallfreie Reise, Gesundheit und noch viele tolle Erlebnisse.
Wenn ich deine Geschichten lese bin ich in Gedanken dabei 🙂
Bis irgendwann mal wieder.
Eine gute Zeit!