
Nouakchott (7.4.- 11.4.26)





















In Nouakchott hab ich ein junges Paar kennengelernt, beide anfang 20. Sie kommt aus Belgien, er kommt aus Marokko, aus der Hauptstadt Rabat. Das bedeutet sie ist christ und er muslim. Er hat blau gefärbte Haare, einen neuen Ohrstecker und die linke Hand tätoviert! – alle 3 Dinge eine Tabu in seiner Relegion. Freudig berichten mir die beiden, daß sie eine Reise in den Senegal gemacht und dort vor 5 Tagen geheiratet haben. Ich gratuliere den beiden erstmal. Die beiden erzählen mir auch sogleich, daß beide Elternteile noch gar nichts von all dem wissen! Spätestens ab jetzt haben die 2 meine volle Aufmerksamkeit und ich frage weiter nach. Immerhin kommen ihre Eltern die nächsten Tage von Belgien nach Marokko um seine Eltern kennenzulernen. Das soll dann auch deer Tag der Überraschung werden. Ich frage ihn, was seine Eltern zu seinem Outfit sagen werden und bekomme eine klare Antwort: „Hey, das ist mein Leben, das ist mein Outfit und nicht eures und es ist meine Frau und nicht eure!“ Allerdings räumt er auch ein, daß seine Eltern insgesamt „die volle Packung“ bekommen. Ich setz noch einen drauf und sage, de volle Packung wäre, wenn ihr gleichzeitig euren Eltern auch eröffnet, daß sie Großeltern werden! Wir lachen uns bei dem Gedanken fast kaputt. Ich wünsch den Beiden weiterhin alles Gute für „ihr Leben“.
Oase Tergit (4.4.- 5.4.26)





















Oase gibts morgen vormittag, da is auch ned so heiß und weniger Touristen!



Am Ende der Oase treffe ich Tobias. Er ist alleine unterwegs, genießt die Kühle der Oase und seine Auferstehung: er war in den Dünen unterwegs, die so steil abwärts gingen, daß er wüßte die kommt er nicht hinauf. Folglich war umdrehen keine Option. Dann ging ihm das Wasser aus. Er erreichte am Abend die Straße, hat dort übernachtet und is heute in der Früh in der Oase angekommen um sich zu regenerieren. Er hat noch für ca. 50km Sprit im Tank, das reicht gerade noch bis Atar wo er hoffentlich eine Tankstelle findet, die auch Benzin hat.
Unsere Unterhaltung war lang und ich hab die Zeit übersehen. Mich drängte es zurück zum Auto.
Als ich die Oase verließ. wurd mir klar, daß ich einen riesigen Fehler gemacht hatte: ich war barfuß und der Sand hatte sich mittlerweile aufgeheizt. 1km zurück zum Auto. Die Fußsohlen schmerzen auch 1 Woche später noch. In dem örtlichen Laden fragte ich die Besitzerin, ob ich mir ihre Schlappen ausleihen könnte – das war die Rettung!

Atar und EbnouPass (3.4.- 4.4.26)



Ich fahre weiter Richtung EbnouPass und seinen Felszeichnungen:





Wie wird die Gegend in 6000 Jahren ausschauen?



In Atar treffe ich 2 Rucksacktouristen aus Deutschland. Woher, wie lange seit ihr schon unterwegs, wo wollt ihr hin: ‚wir wollen nach Choum auf den Zug!‘ – eine 4er Gruppe Rucksacktouristen, Europäer, kommt hinzu. Woher, wie lange seit ihr schon unterwegs, wo wollt ihr hin: ‚wir wollen nach Choum auf den Zug!‘ – ‚wie alle anderen auch‘ – ich hab ne Geschäftsidee für die DB: die Strecken sind in gleichem Zustand und im Grunde auch ohne Fahrplan, wie in Mauretanien. Die DB könnte doch die Leute auch auf die Güterwagons setzten – spart Kosten!






Ich will Essen gehen, an so einem Straßengrill –
leider hab ich kein Bild gemacht: ich geh durch den Eingang in einen kleinen Raum. In der Tür sitzt der Grillmeister, links von ihm in Reichweite vor der Tür der Grill, rechts von ihm ein kleiner Tisch mit Waage und einer Platte die mit einem Tuch abgedeckt ist. Er hebt das Tuch und zeigt mir das Grillgut: gemischte Innereien auf denen Die Fliegen sitzten – viele Fliegen. Ich nicke. Er wiegt eine Touristenportion mit 300g ab und legt es auf den Grill. Serviert wird in mundgerechte Stücke geschnitten, auf einem Teller zusammen mit Brot.
Später geh ich noch einen Kaffee trinken. In dem Cafe setzt sich ein gut gekleiderter Mann neben mich und beginnt über Atar und Cinguetti zu erzählen. Auffallend war aber seine große Armbanduhr mit viel Chrom – die nicht funktionierte. Das ist mir schon bei jemand anders aufgefallen, da hat die Uhr zwar funktioniert, aber sie zeigte irgend etwas an, nur nicht die richtige Zeit.
Ich übernachte am Pass, etwa 500m vom Mobilfunkmast entfernt. Am nächsten morgen kommt vorsichtig der Sohn der Sendemastwärterfamilie vorbei, ob ich mit ihm Schusser spielen würd! Jeder nimmt 2 Steine, ein kleines Loch in den Sand und losgehts. Nach 1 Stunde fahr ich ihn zurück zu seiner Familie – man war der glücklich!




Bei Quadane, östlich von Atar, gibt es die sogennate „Richat-Struktur“ oder auch das „Auge der Sahra“. Es handelt sich um eine fast kreisförmige, kraterähnliche Formation die durch Magma gebildet wurde. Sie hat einen Durchmesser von über 40 km.
Bei dieser Größe ist es eigentlich unmöglich vom Boden aus viel zu erkennen, darum bin ich erst gar nicht rausgefahren, sondern stell euch ein Bild aus GoogleMaps ein.
BenAmera und Choum (1.4.-2.4.26)
BenAmera ist der Ort neben dem Monolithen BenAmira.
Nach meiner Ankunft kommt ein junger Mann zu mir: wie gehts dir, ist alles gut, hast du alles, brauchst du etwas, willst du etwas essen oder einen tee?
Ich lass mich auf einen Tee einladen.
Er lebt alleine mit seinem Bruder in dem Haus, sein Vater war bei der Bahn beschäftigt und ist bei einem Bahnunfall ums Leben gekommen. Später frägt er mich, ob ich im Ort übrnachte und in welche Richtung ich morgen witerfahre. Sein Bruder und er wollen nach Choum und müßten sonst mit dem Zug fahren, im offene Wagon. ‚Kein Problem, ihr könnt schon mitfahren.‘ Er muß aber erst noch seinen ältesten Bruder um Erlaubnis fragen und sie würden gerne um 9 Uhr starten.
Die Frau seines ältesten Bruder hat eine andere Idee: Bar nimmt den Zug, denn sie, ihr Baby und noch 2 kleine Kinder müßten auch nach Choum.
Ich erkläre ihr, daß das nicht möglich ist und daß ich das nicht mache! Auch ihr Mann, der später nach Hause kommt, erlaubt es nicht. So bleibts beim ursprünglichen Plan.
Übrigens: die Konstruktion der Decke von dem Haus besteht aus alten, nicht mehr benötigten Eisenbahnschwellen aus Metall, die überall herum liegen. Aussen mit Lehm verputzt, als Unterzug werden alte Schienen verwendet.








Unterwegs hab ich mal für ein Foto angehalten. Nach dem Einsteigen wollt ich losfahren, da sagt Bar zu mir: ‚Du mußt deine Fahrertüre noch schließen‘. Ich: ‚das ist eine Automatiktüre‘ und beim Losfahren fiel die Tür zu! – die 2 haben sich halb totgelacht!

Ich hab als Dankeschön fürs Mitnehmen noch eine Privatführung zu dm alten, nicht mehr benötigten Eisenbahntunnel von Choum bekommen. Viele Touristen kommen hierher, um ihn zu sehen und teilweise mit dem Auto zu durchfahren.
Heute war ein spanisches Ehepaar da. Sie saßen auf einem Teppich, der am Boden ausgerollt war und waren am Essen, das der Touristenguide und seine Familie gekocht hatte.
Am Teppich daneben saß der Reste der Familie.
Meine Tramper und die Familie kannten sich und es war eine große Begrüßung, in die ich mit eingeschloßen worden bin. Wiedermal wurd ich nicht als Tourist angesehen, sondern eher als jemand, der dazu gehört. So wurde ich auch von insgesamt 8 Leuten in den Tunnel geführt unter großem Gejohle.
Als wir dann den Tunnel wieder verliesen, ruhten sich nach dem Essen die Spanier auf ihrem Teppich aus und die Familie aß daneben die Reste, die übriggeblieben waren.
In dem Tunnel leben Fledermäuse. Schnell hatten die Jungs eine gefangen und mir stolz präsentiert. (Foto links).
Die Verabschiedung fiel genauso herzlich aus, wie die Begrüßung!
In Sichtweite des Tunnels liegen die Reste der Wagons eines Zugunglücks. Was genau passiert und wann konnten mir die Jungs nicht sagen. Sie wußten nur, daß es Tote gab. Die Wagons waren in sich verdeht, teilweise gefaltet, Wagonkupplungen vom Rahmen abgerissen, 6mm Blech gefaltet. Was waren hier für Kräfte am Werk, wenn es ein U-Profil 30cm x 20cm mit einer Materialstärke von 10mm abreißt bzw. knickt!



Übrigens schlafen die Leute überwiegend im Freien oder im offenen Zelt aber nicht im Haus.







Nach der Sightseeingtour hab ich mich bei den Jungs für die Führung bedankt und sie in Choum abgesetzt.
In Choum hab ich noch 2 Deutsche getroffen: sie sind vor 4 Tagen mit dem Flieger in Dakar angekommen, mit dem Taxi nach Choum gefahre. Sie wollen heute Nacht auf den Eisenerzzug aufspringen und nach Nouadhibou fahren um dann in 2 Tagen in Dakar zu sein, da geht der Flieger zurück nach Deutschland.
– Dakar – Choum incl. Grenze: 1100km
– dann 400km aufm Zug durch die Wüste
– Nouadhibou – Dakar: 1000km
Grenze Mauretanien – Senegal: zwischen 2Stunden und 4 Tagen ist alles drin!
BenAmira und BenAisha (1.4.26)








(Schuh nur zum Größenvergleich)


Bild li: plötzlich Weichsand, eine tiefe Spur mit Gras sagt mir: irgendjemand vor mir ist hier hängengeblieben und mußte buddeln – danke für die Warnung, ich hab noch mal Gas gegeben und bin durch.











Tmeimitschatt (31.3.-1.4.26)



es ist alles so unkompliziert und die Leute lassen sich durch meine Anwesenheit nicht stören: zuerst wird gebetet, davor natürlich das erforderliche waschen, dann das Essen gebracht, 2 große Schalen mit Reis, Gemüse und Hühnchen. Des mit den Fingern essen hab ich noch ned so drauf und verteile mehr Reis auf dem Teppich und um den Mund, aber alles kein Problem.
Ich glaub ich hab schon lange nicht mehr so viel gelacht, denn wir haben uns über Dahs Bart lustig gemacht, der genauso aussieht wie der von einem Ziegenbock. Seine Antwort folgte prompt: ich solle erst mal versuchen mir überhaupt Haare wachsen zu lassen!



Am nächsten Tag geht es weiter und ich erreiche nach etwa 60km Weichsand den kleinen Ort Tmeimitschatt. Leute aus dem Dorf kommen auf mich zu und sagen, ich solle eine Pause machen und einen Tee trinken. Das ist eine gute Idee, denn auch das Auto hat eine Pause verdient!




Ich hab dann in Abdous Laden 10 gefüllte Bisquitrollen gekauft, diese verpackten kleinen Süßigkeiten, an die Kinder verteilt und war daraufhin der Held!
Übrigens: auch der Funkmast fürs Mobilnetz hängt am Dorfgenerator, wenn der Generator streikt gibts auch kein Internet.


Was bleibt ist ein unvergesslicher Tag bis spät in die Nacht. Die Leute haben sich für meine Anwesenheit bedankt, denn ich hätt Abwechslung in ihren Alltag gebracht, der sonst nur aus Wüste, Sand, Hitze, Zug besteht. Wer hätte da keine Sehnsüchte.
Danke an euch allen in Tmeimitschatt, für all diese Erinnerungen.


wie im Bild oben zu sehen hat sich aber das Wetter in den 30 Minuten Pause geändert. Wind ist aufgezogen und die Luft ist voller Staub. Unter diesen Umständen will ich nicht weiterfahren, im Gegensatz zu den anderen beiden Autos.
Keine Ahnung was mich in der Wüste erwarten würde, der Luftfilter setzt sich zu und die Landschaft seh ich auch nicht.




„Der“ Eisenerzzug (30.3.-2.4.26)
Der Zug transportiert Eisenerz vom Abbaugebiet im Großraum Zouerat zur Hafenstadt Nouadhibou, etwa 700km. Bis zu 3 Lokomotiven ziehen teilweise über 200 Wagons. Der gesamte Zug wiegt bis zu 17.000 Tonnen und ist mit einer Gesamtlänge von bis zu 2,5km der längste Zug der Welt.
Gleichzeitig ist er auch der Versorgungszug für die Dörfer und Städte in der Wüste. Neben Wasser, Treibstoff werden Lebensmittel und Vieh transportiert. Auch die Bevölkerung nutzt den Zug und sitzt oben auf dem Eisenerz bzw. im leeren Wagon, in Hitze, Staub und Kälte der Wüste.
Touristen machen sich ein Abenteuer daraus.











rechts im Bild: der Zug bei Starkwind – ich hatte ja Eingangs schon erwähnt, daß Touristen aus der ganzen Welt kommen um auf dem Zug mitzufahren, was mittlerweile verboten ist. Der Zug fährt mit 60 km/h, dazu der Wind der auch plötzlich auftritt. Da fliegt einem der Sand aus der Wüste und der Eisenerzstaub um die Ohren. Nachts die Kälte, tagsüber die Hitze. 10 Sunden dauert die Fahrt von Choum nach Nouadhibou, incl. der Aufenthalte an den Ausweichstellen der eingleisigen Strecke. Da sitzt man dann auf dem schwarzen Sand und die Sonne der Wüste heizt den Sand auf. Für den ders mag ist es offensichtlich das Abenteuer schlecht hin.
Im leeren Zug gen Osten empfiehlt sich ein Eimer!

Ich werde der Zugtrasse von Nouadhibou aus ca. 400km durch die Wüste bis Choum folgen. Der Einstieg in die Piste ist nach ca.80 km Teerstraße bei Boulenouar. Jetzt heißt es erstmal Luft ablaßen aus den Reifen, von 6 bar runter auf 3 bar und dann kann die Fahrt losgehen.






Wenn ein Auto nicht mehr fährt dient er als Ersatzteilspender















So ein Stein, der so groß ist wie en Fußball, kann einem ganz schnell den Reifen und somit auch den Tag versauen.
Beim Fahren kannst du die Wüste keinen Moment aus dem Auge lassen, irgendwas ist immer: Steine, Wellblech, Gräben oder einfach nur Weichsand – siehe die beiden Bilder unten.
Zum Glück mußte ich nicht schaufeln in der Hitze bei 37°!


Nouadhibou (22.3.-29.3.26)
























Die Kinder aus der Straße vorm Apartmenthaus wollten immer, daß ich mit ihnen Fußball spiele. Außerdem waren sie überrascht von meinem haarlosen Kopf.
Am 2. Tag, ich wollt grad einkaufen gehen, kommt eines der Kinder auf mich zu. Er hatte sich am Kopf verletzt und ich solle es mir unbedingt anschauen. Es war eine kleine Platzwunde am Hinterkopf, so klein und bereits gut verschlossen, daß ich ihm sagte: ‚da braucht man nichts machen‘. Seine Antwort war eindeutig: „Ich möchte von dir behandelt werden!“ – ich ergab mich meinem Schicksal, holte ein Desinfektionsspray und legte ihm aus psychologischen Gründen einen Kopfverband an. Die Heilung setzte umgehend ein und seine Mimik verriet seine schnell fortschreitende Genesung!
Am nächsten Tag kam er unaufgefordert zur Wundkontrolle und war sichtlich traurig, als ich ihm sagte, daß er keinen Verband mehr braucht. Der Schmerz über den Verlust des Kopfverbandes war schnell vergessen – es ging zurück zum Fußballspiel mit seinen Freunden.
Einreise (22.3.26)
Ich hab noch nicht den marokkanischen Grenzbereich verlassen, da stehen schon die mauretanischen Fixer (Grenzhelfer) um mich herum und bieten gegen Bezahlung ihre Hilfe an. Ich will mir aber erstmal die Situation drüben anschauen und wimmel sie ab.
Durch das 3,5km lange Niemandsland führt eine „Straße“, die Hälfte der Strecke ist geteert, aber nach gut 1,5km verwandelt sie sich in eine üble Piste, daß ich mich frag, wie schaffen das die Sattelzüge!
Es ist 10 Uhr mauretanischer Zeit, als der Beamte am Schlagbaum mich in den Grenzbereich winkt. Er und 2 Fixer deuten mir unterschiedlich an, wo ich zu parken habe. Ich hör mal lieber auf den Beamten, der mir auch gleich sagt, in welches Büro ich zu gehen habe. Die Fixer wimmel ich ab, sind mir zu aufdringlich.
In dem Büro werden das E-Visum und der Paß kontrolliert – fertig.
Auf zum nächsten Büro, der Beamte erklärt mir den Weg. Hier wieder das Gleiche, Papiere werden kontrolliert, sonst passiert nix, darum gabs auch keine Schlange zum Anstellen, verstehe! – fertig.
Jetzt Auto 20m weiter parken und auf ins nächste Büro, das mir ein Zöllner weist. Diesmal heißts anstellen, ah, dann scheint hier auch tatsächlich was bearbeitet zu werden. Hier wird das „Passavant“ ausgestellt, in dem ich erkläre, daß ich das Auto nach spätestens 30 Tagen aus Mauretanien wieder ausführe. An der Wand hängt ein Zettel mit einer Telefonnummer. Ich soll nochmal rausgehen und 2 Fotos vom Auto machen und an eben diese Telefonnummer per Whatsapp schicken. Draußen steht immer noch der Zöllner von vorhin, der mir genau sagt, was für Fotos benötigt werden: eins von vorne und eins vom Heck, jeweils so, daß man das Nummernschild erkennen kann. Zum Glück ist mein Handy noch in Marokko eingeloggt – fertig.
Zurück zum Zollbüro noch schnell 10,-€ bezahlen für das „Passavant“, Papiere mitnehmen – fertig.
Ein junger Fixer bietet seit 10 Minuten durch vorsichtiges Annähern seine Hilfe an, nicht aufdringlich. Ich denk mir: ok, es ist seine Arbeit, er muß ja auch irgendwie Geld verdienen. Er führt mich zum nächsten Büro. Moment, das is aber nicht das Büro, das der Beamte vorhin beschrieben hat. Ich frag den Fixer, was es für deine Hilfe haben will. Er: „420,-€“. Ich kipp aus den Latschen. Meint er die Landeswährung „Ouguiya“, dann wären das knapp 10,-€ und somit preislich OK. Ich frag nochmal nach und er wiederholt „Euro“. Im gleichen Moment macht der Beamte im diesem Büro mich darauf aufmerksam, daß ich hier falsch bin und erst in ein anderes Büro gehen müße. Also so gehts dann ned Herr Fixer: 420,-€ und dann noch ins falsches Büro! – ich bedanke mich bei dem jungen Mann und erkläre ihm, daß SEINE Hilfe nicht benötige.
Draußen zeigt mir mein hilfsbereiter Zöllner den richtigen Weg zum nächsten Polizeibüro, anstellen, Papiere vorzeigen, ich bekomme einen Zettel gereicht und soll damit zu einem anderen Büro gehen. Dort angekommen ist weit und breit keine Menschenseele, auch keine Reaktion auf mein „Salam“.
Ich geh noch mal zu „meinem Zöllner“, der mit mir sofort zurück in das Büro geht und den Beamten von der Couch holt. Fingerabdrücke und Foto, 55,-€ für das Visum bezahlen, der Beamte unterschreibt den Laufzettel – fertig.
Jetzt wieder zurück zum Polizeibüro von vorhin, mein Zöllner fängt mich ab, ich soll ihm in sein Büro folgen. Er öffnet ein DIN A4 Schreibbuch und trägt mein Auto darin ein. Wie sich später herausstellt war das die Zollkontrolle incl. Fahrzeugdurchsuchung! – fertig!
Im Polizeibüro, Laufzettel abgeben, anstellen. Plötzlich gibts Aufregung, der Spanier vor mir in der Schlange hat die falschen Bilder von seinem Fahrzeug gemacht – denn im Hintergrund war ein Grenzbeamter zu sehen, das ist nicht erlaubt. Der Spanier ist verzweifelt, er hängt seit 20 Stunden in der Grenze fest.
Meine Papiere werden bearbeitet und mir übergeben. Der Beamte erinnert mich an die noch abzuschließende KFZ-Versicherung. Ich erklär ihm, daß ich das als nächstes tun wolle. Damit bin ich in diesem Büro – fertig.
Das Büro für die KFZ-Versicherung ist auch gleich ums Eck, Papiere abgeben, die werden im Stapel unten einsortiert, es war ein großer Stapel! – das dauert.
In der Zwischenzeit bin ich losgezogen um Geld zu wechseln, Kurs 1:45 – das geht, und eine neue SIM-Karte zu holen. 25,-€ ruft der Mann dafür auf, mit 6GB. Das ist happig. Was er natürlich verschweigt und ich erst später feststell: die GB sind nur 7 Tage gültig und verfallen dann. Hab ich auch nicht gewußt.
Der einzige Mitarbeiter im Büro der Versicherung greift zu meinen Dokumenten, die im Verlauf von 2 Stunden jetzt oben auf liegen. Versicherungspolice wird ausgefüllt, 80,-€ bezahlt – fertig.
Ich zurück zum Auto und will Richtung Schlagbaum, mit all meinen schönen Papieren. Mein Lieblingszöllner hatte Schichtende und wurde abgelöst. Frägt mich der neue Zöllner, ob mein Auto schon durchsucht wurde. Natürlich erzähl ich ihm blumig, wie sein Vorgänger alles durchsucht und mein Auto in das dicke Buch eingetragen hat. „Na dann guten Reise“ – fertig
Am Schlagbaum nochmal alle Papiere vorzeigen und 300,- Ouguiya (etwa 6,-€) für irgendeine lokale Steuer bezahlen. Ich muß wohl ein sehr ungläubiges Gesicht gemacht haben, denn der Grenzer bestätigt mir die Richtigkeit dieser Gebühr und ich bekomm auch eine Quittung, die aussieht wie ein Briefmarke. – fertig
Um 14 Uhr verlasse ich den Grenzbereich und bin in Mauretanien eingereist. Jetzt bin ich fertig und erledigt.
