30.6.26:
Auf dem Weg nach Gambia ich Ende Juni nochmal kurz in Senegal gewesen, bitte lest euch dazu den Beitrag unter „denk mal“ ==> „Ich habe Besuch in Diannah, Senegal“ durch.

Fazit (28.5.26):
Ich hatte vom Senegal keine Ahnung! Aber es ist ein Land,das mich begeistert, die Leute sind offen, freundlich und zurückhaltend. Wenn man ihnen aber lächelnd zuwinkt und sie grüßt ändert sich ihr Gesichtsausdruck sofort und man wird mit einer unwahrscheinlichen Herzlichkeit in die Gesellschaft aufgenommen.
Beeindruckt haben mich auch die Aufräumtrupps, die im ganzen Land unterwegs sind, um dem Müll vielleicht doch irgendwann mal herr zu werden.
Hier kann man genauso gut Strandurlaub machen, wie in Spanien, Türkei oder Ägypten. Vom Flughafen nach Saly sind nur 30 Minuten mit dem Auto, das Bandia-Reservat liegt dazwischen und ist immer einen Ausflug wert.
Ausreise (28.5.26):
Ich bin am Tag des Opferfestes ausgereist, mein Glück, denn die LKWs warteten vor der Grenze und es war auch sonst nix los.
1. Schranke: Einfahrt in den Grenzbereich, zum Schreibtisch der Polizei im freien unterm Vordach im Schatten, Stempel – fertig.
durch die 2. Schranke, 20m weiter, der Zoll sitzt im freien unterm Vordach im Schatten, das Carnet wird ausgestempelt – fertig.
letzte Schranke, nach 10 Minuten war die Ausreise erledigt.
lose Bildersammlung und Kurzgeschichten:




In Dakar bin ich eine Straße entlang gefahren, mußte aber in die entgegengesetzte Richtung. An einer großen Kreuzung wollte ich wenden. Ich hab den Polizisten, der auf der Verkehrsinsel stand gefragt und er stimmte zu. Also bin ich in die Kreuzung rein, die einigermaßen frei war,leider gings nicht in einem Zug. Da hörte ich die Trillerpfeife von dem 2.Polizisten. Er hatte nicht mitbekommen, daß ich den Kollegen fragte, er war mit Trasierband und Verkehrskegel beschäftigt. Er winkte mich an den Straßenrand und wollte meinen Führerschein, in seinem Gesichtsausdruck konnte ich die Mißbilligung meiner Aktion deutlich erkennen. Ich erklärte ihm, daß ich den Kollegen gefragt hab, das wollt er natürlich nicht glauben. Also sind wir die 20m zum Kollegen zurückgegangen, der mich gleich überschwänglich wie einen alten Bekannten begrüßte. Jetzt war die Sache schnell geklärt, ich bekam meinen Führerschein und konnte ohne Ticket weiterfahren. Hab ja auch nix falsch gemacht.

Bild oben: Was bei uns der Bus …, Ein- und Aussteigen erfolgt über die Hecktür. Darum ist da auch der Transportbegleiter, er kassiert die Fahrgäste ab und signaliert dem Fahrer per Klopfzeichen an die Karosserie, wann er abfahren und anhalten soll. Wenns drin voll ist, hinten oder aufm Dach ist immer noch ein Platz zu finden.

Sand und Erde wird mit der Schaufel auf LKWs geladen, Sattelauflieger mit Zement- oder Reissäcken ebenfalls von Hand be- und entladen.
Betonziegel werden auf der Baustelle vor Ort gefertigt, Beton am Boden angerührtund in Formen geschaufelt.



















Der Verkehr in Senegal ist ein bisschen anders als bei uns: man teilt sich sie Straße mit freilaufenden Ziegen, Schafen, Schweinen, Kühen, Esel und Fußgängern. Angefahrene Tiere vertrocknen am Straßenrand.
Transportiert wird alles auf allem was Räder hat: Personen und Material auf Esel- und Pferdekarren, Ziegen und Schafe aufm Schoß vom Mopedfahrer, im Auto oder aufm Dachgepäckträger vom Auto. Bis zu 5 Personen passen auf ein Mopped. Temposchwellen, Polizeikontrollen, plötzlich abbiegende, haltende und anfahrende Fahrzeuge sind die Beigabe in dieser Verkehrssuppe, Markttage und tiefhängende Kabel das Toping.
Ein Dosensammler hatte sein Tagesergebnis auf der Straße ausgebreitet und die Autos gebeten drüberzufahren, um sie platt zu machen. Danach hat er seine volumenreduzierte Ware wieder aufgesammelt





Bild oben: am 27./28.5. ist das Opferfest, Eid al-Adha, das höchste islamische Fest. Das Fest wird mit Familie und Freunden gefeiert, mit einem nach einem festgeschriebenen Ritual frisch geschlachtetem Schaf oder Ziege. Die Familien, die sich kein Tier kaufen können, bekommen von den anderen Familien einen Teil des Tieres, so daß sie auch feiern können. Die Tiere werden vor dem Verkauf sauber gewaschen und rausgeputzt, mit Schleifchen um den Hals. Für das Fest kaufen sich die Menschen neue Kleider.


diverse kleine Orte:
Auf der Fahrt durch Senegal, bin ich durch ein paar Orte gekommen bzw. hab sie besucht, ohne nenneswerte Ereignisse dort. Die Bilder will ich euch nicht vorenhalten, da sie einen schönen Eindruck von Senegal vermitteln.
17.4. St. Loius: eine Stadt, geprägt von der Kolonialzeit, hat den Flair von New Orleans. Viele Touristen, enge Straßen, das konnt ich am Tag der Einreise noch nicht genießen.




30.4.Touba, die große Moschee: für die Muslimen ein besonderer Ort, angeblich soll man hierherkommen, bevor man nach Mekka pilgert.
In der ganzen Stadt sind kurze Hosen und Rauchen ein Tabu. Auffallend waren auch die Putzkolonnen rund um die Moschee, der ganze Bereich rundrum blitze-blank!
Leider konnt ich die Moschee nicht innen besuchen, aber es war auch so schon beeindruckend genug







5.5. Nianang: auch hier gibt es eine katholische Kirche, wie auch in anderen orten im Senegal, allerdings ist hier der Baustiel auffällig.

…und wie in fast jedem Ort gibt es auch in Nianang einen heiligen Baobab:

der Stamm hat einen Umfang von 32 Meter, das Alter wird auf etwa 1800 Jahre geschätzt.
6.5. Ponto: der Ort ist quasi 2 geteilt, das kleine ursprüngliche Fischerdorf und 1km außerhalb, die 2 Touristenhotelanlagen mit Poolanlage und Rasen, Beachvolleyballfeld, Liegen unter Palmen und Animateuren, die mit den Kindern der Touristen am Strand Fußball spielen oder eine Runde aufm Quad am Strand entlang fahren.
Einheimischen ist der Zutritt zu den Hotelanlagen verboten und damit ist auch der 200m lange Strand vorm Hotel auch tabu. Darum haben sie links und rechts vom der Hotelanlage ihre Souveniershops aufgebaut. Die „Catcher“ spricht alle gängigen Sprachen, fangen die Touristen ab und führen sie durch die Shops, für 10% des Umsatzes. Leider hab ich von der Szenerie keine Bilder.
Ich hab ein Stück südlich der Hotelanlage geparkt, auf bitten von Ethienne direkt neben seinem zukünftigen Verkaufsstand.
Unmittelbar neben der Hotelanlage steht diese Villa, Bild unten. Angeblich gehört sie dem Verkehrsminister. Schöner englischer Rasen, Zebras und ein Kamel werden auch dort gehalten.




im Bild rechts: 1km nördlich der Hotelanlage, hab ich den 10 Fischern, bei der Arbeit zugeschaut: das Netz wurde 200m vorm Strand vom Boot ausgebracht und dann von Hand in einer 1 Stunden Aktion an Land gezogen. Immer wieder wurd das Netz bis zu 10m durch Wellen aufs Meer gezogen.
Die Ausbeute im Bild rechts unten.



12.-14.5. Popenguine: was für ein toller kleiner ruhiger und persönlicher Ort – hier kennt wirklich jeder jeden, egal ob Einheimischer oder Tourist. Neuankömmlinge wie ich werden nach dem Namen gefragt und um ab dann mit Namen und Handschlag gegrüßt. Diesen Satz habe ich so oft gehört: „wenn du etwas brauchst, ich bin hier“, das war aber keine Dienstleistung, sondern Nachbarschaftshilfe.







Das Bild oben ist ausm Auto raus aufgenommen, durch das heruntergezogen Mückengitter.
Ich sitz am Tisch im Auto am Rechner, plötzlich hör ich auf dem Dach Geräusche. Ich schau ausm Fenster, da beugt sich ein Kopf von einem Affen vom Dach runter, schaut mich durchs offene Fenster an, keinen Meter von mir entfernt – ich weiß nicht wer mehr erschrocken ist!
25.5. Cap Skirring:




27.5. Ziguinchor: ich hab mich tatsächlich mal auf einem Campingplatz eingemietet, tolle Anlage, aber verträumtes Personal.



Flucht vorm Kankurang (22.5.26)
Bevor ich euch die Gschicht erzähl muß ich erst erklären, daß der Kankurang hier ein Sittenwächter ist. Er überwacht die Beschneidungszeremonie, wenn eine handvoll Jungs für das Ritual in den Wald gefahren werden. Ausserdem zieht er schon mal in der Nacht durch die Straßen und schlägt den Leuten mit der flachen Seite der Machete ordentlich auf den Rücken, wenn sie soziale Normen nicht respektieren. Um die Gemeinschaftsordnung und die Gerechtigkeit wieder herzustellen greift er in Konflikte der Dorfbevölkerung ein.
Das Outfit dieses „Wesens“ ist aus den roten Fasern des Faraa-Baumes gemacht.
Ich bin am 20.5. am Strand bei Diannah angekommen, einem kleinen Dorf an der senegalesischen Atlantikküste, zwischen Gambia und Guinea-Bissau. Am Abend kam Lamine, 26 Jahre, auf seinem Motorrad vorbei und wollte sich mit mir unterhalten. Worüber? Es ist immer das gleiche Thema: wie komme ich nach Europa? – kannst du mich mitnehmen! Es war ein angenehmes Gespräch, in dem er auch viel von sich und seiner Arbeit als „selbstständiger“ Kurier erzählt hat. Er tranportiert mit dem 60ccm Motorrad Waren, Personen und macht Einkäufe für seine Auftraggeber. Auch die darauffolgenden Tage kam Lamine kurz vor Mittag und am Nachmittag auf an Ratsch vorbei.
Ach ja, er spricht nur französisch und wolof, ich nicht. Aber google-übersetzer machts möglich.

So auch am Nachmittag des 3. Tag meines Aufenthalts in Diannah. Es dämmerte schon, da fragte ich ihn, ob er mich kurz in den 2,5 km Entfernung liegenden Ort fahren könnte, den ich wollt noch schnell in einem Laden was einkaufen. Vor dem Laden hielt er an, ich stieg ab und ging in den Laden. Plötzlich steht er hinter mir, packt mich am Arm und zeigt auf die Straße. Ich wußte nicht was es draußen zu sehen gab und stand nur da und blickte nach draußen. Unvermittelt verläßt er den Laden durch den Seiteneingang, zieht mich hinter sich her, einen schmalen Gang zwischen 2 Gebäuden auf die Rückseite des Ladens, weiter in einen kleinen Raum. Ein anderer junger Mann folgt uns ebenfalls in den Raum. Eine Dame schließt hinter uns die Türe, zieht den Vorhang vor die Tür und schaut nochmal kurz durch ein Türspion nach draußen.
Ich sah mich in dem etwa 3×3 Meter großen Raum um: am Boden lag eine 2×2 Meter große Matraze, darauf schlief ein etwa 5 Jahre alter Junge. Die Dame saß mittlerweile auf der Matraze. Die Wände des Raumes waren tapeziert, eine rot-weiß gemusterte Tapete mit vielen Herzen und der Schriftzug „Love“. Wir waren offensichtlich vor irgendwas davongelaufen und hatten uns im Zimmer einer Dame versteckt, die hier ihre Liebesdienste anbietet. Ich hatte keine Ahnung was los ist und was jetzt passieren wird. Also stand ich wie Lamine und der andere junge Mann einfach nur da und wartete ab.
Nach circa 5 Minuten, draußen wurden die Geräusche leiser, öffnete Lamine vorsichtig die Tür, ging horchend hinaus und gab mir zu verstehen ich solle ihm folgen. Zurück zum Laden, Einkauf schnell erledigt, drauf aufs Motorrad und wieder zuerst in Nacht horchen. Lamine startet das Motorrad und fährt ohne das Licht einzuschalten über Seitenstraßen durch den Ort Richtung LKW. 3 mal haben wir noch angehalten, Motor aus und in die Nacht gelauscht. Erst auf der langen Stichstraße Richtung Strand hat er dann das Licht wieder angemacht und ich hab auch gemerkt, daß offensichtlich die Gefahr vorbei war.
Am Lkw konnte ich dann fragen, was los war und er sagte mir: der Kankurang war unterwegs und er wollte mich davor beschützen, daß ich keine Schläge abbekomme. So wie er den Kankurang beschrieben hat erinnerte mich das sehr an unsern Krampus und die Erlebnisse im Chiemgau – da gehts auch machmal zünfig her! Danke Lamine.




Ich habe Thomas und Conny aus Heilbronn kennengelernt. Sie leben seit 18 Monaten in Diannah, haben sich ein Grundstück gekauft und bieten auch 3 Stellplätze für Camper an. Sie haben eine Aussenküche mit Sitzecke gebaut und ein kleines Haus für die 2 Angestellten, die sich um das Grundstück kümmern. Noch habe sie keine Residenzcard und müßen alle 3 Monate nach Gambia ausreisen, um dann bei der sofortige Einreise ein neues Visum zu bekommen.
Ein Bank gibt es nicht in Diannah, alsowird das Geld per WesternUnion aus Deutschland nach Senegal geschicktund dann auf „wave“ eingezahlt, ein afrikanisches Bezahlsystem ähnlich dem „paypal“ bei uns.
Das ging „schief“! (14.5.26)
Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz habe ich, übermüdet vom Vortag, die Landschaft nicht gelesen. Da im Internet auch ein schöner Platz am Fluß beschrieben war, bin ich sorglos von der Straße abgefahren und prompt versunken.
Sofort am ein Fischer angelaufen aber er hat nur laut rumgebrüllt nach dem Moto ‚wie kann man da nur langfahren‘. Ich hab ihm dann auf deutsch und mit Handzeichen gebeten einen Gang runterzuschalten, daß mir sein Gebrüll nicht weiterhilft und es ja schließlich mein Problem ist. Darauf ist er unter lauten Tönen wieder abgedampft.
Kurz darauf kam nochmal jemand, er würde Hilfe aus Fatick, ca. 20km, organisieren und is losgefahren. Leider hab ich ihn nicht nach seiner Telefonnummer gefragt.
Später kam noch jemand, ich soll mit ihm nach Foundiougne, ca. 10km, fahren. Dort soll ich sagen welchen LKW ich benötige, der mich rauszieht. Ich hab erstmal abgewunken, denn ich dachte Hilfe sei unterwegs und ich wollte nicht 2 Trupps beauftragen. Vorsichtshalber hab ich mir diesmal die Nummer geben lassen und ich würd mich melden.
Ich hatte echt Sorge, daß die Karre auf der einen Seite weiter einsinkt und kippt. 22° schräg!
Spaten raus und geschaufelt, Vorderachse frei machen, Hebekissen drunter – das Auto hat sich nicht gehoben, sondern die Kissen haben sich in matschigen Untergrund gedrückt. Ich war durch die harte Kruste eingebrochen und steckte im Schlamm.
Über Nacht hab ich die Hebekissen drunter gelassen, um Gewicht zu verteilen. Hinten hab ich vorsichtshalber in stockdunkler Nacht noch einen Spanngurt befestigt, um zumindest auch hier etwas Last auf den weichen Untergrund zu nehmen.
Duschen, Toilettengang, Essen, fast unmöglich, selbst das Schlafen und das Ein- und Aussteigen wird zur Herausfoderung.Wenn man einen Schrank öffnet kommen einem die Sachen schon entgegen, auf dem Boden rutscht man einfach weg! An Schlaf war auch fast nicht zudenken, denn mir gingen 1000 Dinge durch den Kopf, bei jedem Geräusch war ich wieder hellwach.
Am nächsten Morgen, immer noch 22°. Als sinkt die Karre nicht weiter ein – Gott sei Dank, wenigstens was. Um 6.00 Uhr war ich schon wieder am schaufen, als ein Mann im traditionellen Kamis in grün vorbei kam. Er wirkte sehr seriös: Er kennt jemanden in Fatick, der mir helfen kann. Er hat zwar seine Nummer nicht, aber er fährt bei ihm vorbei und schickt ihn zu mir. 1,5 Stunden später kam ein Roller. Der Mann hat sich die Situation sehr genau angeschaut, wollte wissen wie schwer das Auto ist. Wir müßen leichter werden: Ersatzräder runter, Wasser auslehren, möglichst viel ausladen und hör auf zu schaufeln, sonst kippt das Auto – das war mein Auftrag. Mit den Worten ‚ich hol dich da raus‘ und ‚Hilfe ist unterwegs‘ ist er wieder losgefahren.
Es war gegen 10Uhr, ich hatte meine Aufträge abgearbeitet, kam ein Auto mit ihm, Demba Karia, und weiteren 4 Leuten. An dem Auto blieb keine der 4 Türen im Schloß und es war mit halben Baumstämmen, 2 Scheiben von großen Kabeltrommeln, jeder Menge Hebewerkzeug, kleineren Holzbalken und Blechen beladen. Ich hab erstmal einen nach dem anderen per Handschag begrüßt und mich vorgestellt. Die haben sofort angefangen am Container mit hydraulischen Wagenhebern anzuheben.
Dann wollten sie eine Radmutter lösen um eine Kette zu befestigen und so das Rad aus dem Schlamm ziehen. Da hab ich mir erlaubt zu intervenieren, ich hatte Bedenken, daß das Gewinde des Radbolzens hinüber ist. Etwas angesäuert sagte Demba zu mir: „Es wird keine Schäden geben“. Was ich erst jetzt bemerkte, sie haben die Radmutter wieder Festgeschraubt, so daß das Kettenglied fest fixiert war. Ich erkannte meine falsche Denkweise, war gleichzeitig aber auch extrem beeindruckt von deren Vorgehen.
Ich bin dann nochmal zu Demba und sagte zu ihm: „Laß uns nicht vergessen, bevor du wieder abfährst würd ich mir noch deine Telefonnummer aufschreiben um dich weiterzuempfehlen. Ihr macht das wirklich professionel.“ – oh da ging die Sonne auf in seinem Gesicht!
Auf diese Weise wurde die 3. Achse angehoben und sofort mit trockenem Sand unterfüttert, auch der 1. halbierte Baumstamm wurde untergelegt, dann das Rad abgestellt. Nur noch 10° Schräglage. Zwischendrin hab ich 2x 10Liter Wasser rausgestellt, die freudig angenommen wurden.
Weiter gings mit der 1. Achse und zuletzt die 2. Achse, alles auf die gleiche Weise. Kein Ziehen, kein Reißen, nichts mit Gewalt sondern wohlüberlegt. Hat mich echt sehr beeindruckt.
Jetzt stand das Auto wieder gerade auf allen 6 Pfoten. Ich hab angefangen den Luftdruck auf die Hälfte zu reduziern, das hielt Demba für eine sehr gute Idee. Als ich dann einstieg um rauszufahren kam er nochmal und sagte ‚Vergiß nicht alle Sperren zu aktivieren.‘ Hatte ich schon gemacht und habs ihn auch noch gezeigt. Er war sichtlich erleichtert.
Es war 16Uhr und ich führ aus der Unglücksstelle. Schnell war ihr Material verladen und meine Material zum Auto getragen. Mann war ich froh, ich kann wieder horizontal schlafen und alles andere auch.
Den Rest des Tages und den nachsten Vormittag hab ich damit verbracht alles zu säubern und aufzuräumen. Auch unterm Auto bin ich einmal zu Kontrolle durch und Schlammreste abzukratzen.
Was für ein Glück, daß ich an solche Profis geraten bin und das will ich nicht nochmal erleben!










Île de Fadiouth (11.5.26)
Von Joal-Fadiouth aus erreicht man zu Fuß über eine 500m lange Holzbrücke die bewohnte Insel „Île de Fadiouth“, die etwa 700m x 400m mißt und auf der kein Auto oder Motorrad fährt.
Das Besondere an dieser Insel: die Frauen haben aus den Muscheln das Fleisch entfernt und in der Sonne getrocknet. Die Schalen wurden liegen gelassen mit dem Resultat, daß die gesamte Insel mit einer bis zu 3m hohen Schicht aus Muschelschalen bedeckt ist. Auf den Schalen wurden dann später die Gebäude und Wege errichtet.
Auf der Insel leben Muslime und Christen gemeinsam.








Über eine weitere Brücke kommt man auf die Friedhofsinsel – Bild oben. Hier liegen Angehörige beider Religionsgemeinschaften nebeneinander – natürlich standesgemäß unter Muscheln.







Saly Portudal (1.5.-10.5.26)
Der Küstenbereich zwischen Dakar und Gambia ist touristisch sehr gut erschloßen. Das Wasser ist deutlich wärmer und ruhiger, als nördlich von Dakar.














Bandia Reservat (1.5.26)




























Der Guide erzählte, es gibt im Senegal 30 verschiedene Gruppen mit jeweils eigener Sprache. Die Gruppen sind in Kasten eingeteilt, wie in Indien. Die unteren Kasten haben ihre Verstorbenen in das Innere der Baobab gebracht, die anfangs innen hohl sind und im Laufe der Jahre zuwachsen.
Auf dem Bild mit dem Touristen ist ein „Zugang“ zum Inneren des Baums zu sehen, davorwurde noch ein Schädel trapiert.
Dilemma mit der KFZ-Versicherung (30.4.26)
Ich hatte die Versicherung an der Grenze für den kürzest möglichen Zeitraum abgeschlossen, in dem Fall für 4 Wochen. Meine Idee war zu einem späteren Zeitraum eine länger gültige Versicherung abzuschließen um nicht die sicherlich an der Grenze überhöhten Preise zu zahlen. Andererseits wollte ich nicht ohne Versicherung nach Senegal einreisen.
Jedenfalls hatte ich schon etliche Polizeikontrollen und bis heute gab es keine Probleme doch diesmal kam es anders. Der Polizist erklärte mir, daß meine Versicherung nicht gültig ist! Er erklärte mir, daß die markierte Formulierung nur für PKW bis 3,5 Tonnen gelte, mein Auto aber schwerer sei. Er könne mich nicht weiterfahren lassen, ich solle die Versicherung anrufen, daß diese mir eine neue Police ausstellt, die er sehen will und ich eine Strafe zu bezahlen hätte. Das klingt nach einem größeren Problem!
Ich erklärte ihm, daß ich die Versicherung direkt an der Grenze gekauft hatte und ich keinen Fehler gemacht hätte, denn der Versicherungsagent hatte das Auto gesehn und mir diese Police so ausgestellt.
Ich hab mich in den Schatten gesetzt und hab versucht die auf der Police angegeben Nummer anzurufen, ohne Erfolg, denn meine Sim-Karte funktioniert nur mit Internet, nicht für Anrufe. Über whatsapp auch kein Erfolg. Also hab ich eine E-Mail geschrieben, auch die konnte nicht gesendet werden: „unbekannte E-Mail Adresse“.
Auffallend war, daß der Polizist unterdessen zu keinem Zeitpunkt begonnen hat einen Strafzettel zu schreiben! – also dachte ich …. das muß ich aussitzen. Also bin ich ins Auto, ich kann mitm Laptop besser arbeiten als auf dem Smartphone. Im Internet hab ich dann von der Versicherung eine weitere Telefonnummer gefunden, auch eine „whatsapp“-Nummer und eine weitere E-Mail Adresse. Auch hier kein Erfolg.
Der Polizist kommt zurück und frägt wie weit ich sei, er gibt mir noch ein paar Minuten, dann würden wir auf die Polizeistation fahren, wo er mir morgen den Strafzettel ausstellt und mein Auto beschlagnahmt werden, bis ich eine gültige Police hätte. Ich versuchte Zeit zu schinden und sagte ihm daß ich noch immer versuche mit der Versicherung Kontakt aufzunehmen und ging wieder ins Auto.
Auf dem 2. Ausdruck der Police, der „braunen Karte“ die für mehrere Länder in Westafrika gilt stand eine ander Formulierung – siehe 2. Bild rechts. Denn hier heißt es „Verwendung“ und „VEHICULE PARTICULIER“ bedeutet ja „privates Fahrzeug“. Hier sah ich eine Chance.
Als der Polizist wieder kam, mittlerweile waren 2 Stunden vergangen, wollte er wissen wie es jetzt aussieht. Ich versuchte mein Glück und argumentierte, daß es genau so ist wie es da steht, daß das Fahrzeug privat genutzt wird und nicht gewerblich – ich konnte ihn nicht überzeugen!
Er wiederholte: Fahrzeug zur Wache und beschlagnahmt, Strafe gibt es mmorgen, Weiterfahrt nur mit gültiger Versicherungspolice! – das war ne klare Ansage! Offensichtlich hatte ich keine andere Chance und antwortete: „Ich habe keinen Fehler gemacht, aber gut, dann ist es so!“
In diesem Moment gab er mir Führerschein und Fahrzeugschein zurück, ließ mich fahren mit der Aufforderung, die Police so schnell wie möglich ändern zu lassen.
Das hatte ich überstanden, stieg ins Auto und fuhr weiter.



Ich bin 50km weiter nach Thies gefahren. Dort wollt ich sowieso heute die Anschlußversicherung holen, für 6 Monate. War natürlich deutlich günstiger als an der Grenze.
Neugierig hab ich jetzt hier auf die Formulierung geschaut und siehe da: „… über 3,5 Tonnen“.
Der Polizist hatte also Recht. Der Versicherungsheini an der Grenze hatte nen „Fehler“ gemacht, den ich ausbaden kann und das is mir das allerliebste, wenn ich Fehler anderer korrigieren soll.
Und noch was ist mir aufgefallen: die neue Versichungspolice hatte Stempel und Unterschrift, das hatte die Versicherung von der Grenze auch nicht!
Ich wollt noch im Supermarkt einkaufen, stell das Auto dort ab und entdecke auf der anderen Straßenseite ein Büro der Versicherungsgesellschaft der ersten Police – ach was für ein Zufall, na dann mal Hopp, bin eh grad in Stimmung!
Ich erkläre die Problematik und bitte ihn, die Police entsprechend zu ändern.
‚Er kann da nichts machen, das kann nur die Hauptverwaltung in Dakar oder der Agent an der Grenze, der die Police ausgestellt hat. Er könne mir nur eine neue Versicherung ausstellen!‘ – Ja klar, soweit kommts noch! Aber er versucht zumindest die angegeben Nummer über Telefon zu erreichen – Erfolglos!
Er will noch wissen, wieviel ich an der Grenze bezahlt habe und fällt aus allen Wolken.
Mir bleibt nur eins, ihn zu bitten, dieses Gebahren intern zu klären: keine Telefonnummer und E-Mail erreichbar und überhöhte Preise. Außerdem sage ich ihm, daß ich meinen Freunden davon Berichten werde und ich diese Versicherung nicht weiterempfehlen kann.
Er war sichtlich betroffen, ob er es weiterleitet kann ich natürlich nicht sagen.
Lompoul sur Mer (24.-27.4.26)
… in dieses kleine Fischerdorf hab ich mich nach dem Aufenthalt in Dakar zurückgezogen um auch gedanklich in Senegal anzukommen. Ausser dem Fischfang, einer Motorradwerkstatt, ein paar kleinen Läden und Friseursalons gibt es hier … nichts! Das Hotel ist leer.
Die Region nördlich von Dakar ist touristisch nicht erschlossen, das Wasser ist kalt und eigentlich fischreich, aber die Chinesen sind mit Fabrikschiffen auf See.
Die Fischerei ein Knochenjob. Für 3 Fische habe, so groß wie eine Handfläche (ohne Kopf und Schwanzflosse) hab ich etwa 1,50€ bezahlt.
Zukunftsaussichten für die Jugend … keine.

Ich hab die 2 an verschiedenen Tagen zuvor am Strand kennengelernt und wir haben uns im Ort immer wieder mal gesehen und unterhalten.


Beide 19 Jahre alt, machen nächstes Jahr ihren Schulabschluß, wollen studieren, sprechen 3 Sprachen: Wolof, Französisch und Englisch. Sie wissen aber auch, daß selbst mit Diplom die Aussichten auf einen Arbeitsplatz gering sind, denn man bewirbt sich nicht, man kauft einen Arbeitsplatz! Aber wie, ohne Geld? Sie wollen irgendwann versuchen mit einer Piroge nach Spanien zu kommen, wie so viele andere auch!
Die 2 sind sich der Gefahr um ihr Leben wohl bewußt, hier bleiben ist keine Option für sie.


Jetzt sitz ich am Strand, trink ein Bier.
Die 2 kommen aus unterschiedlichen Richtungen auf mich zu, grüßen mich beide schon von weitem. Jeder von den beiden ist überrascht, daß auch der andere mich kennt. 6 Freunden kommen dazu, zum Fußballspiel am Strand.
Modou und Assane legen ihre Handys und andere Privatsachen zu meinen Sachen dazu – alles ganz selbstverständlich. Was für eine schöne und vertrauensvolle Geste.
„3 Flamingos“ (19.4.26)
Wegen des Carnets mußt ich am 20.4. in Dakar beim Zoll erscheinen. Ich bin am Sonntag nachmittag in die Stadt rein und hab mich auf den Parkplatz einer Bar und Restaurant „3 Flamingos“ gestellt. Ich hab den Besitzer erklärt, daß ich gerne was Essen würde und ob ich über Nacht stehen bleiben kann. Er willigt ein.


Ich bestell „Spaghetti Amatriciana“ mit Schweinefleisch, wahlweise auch Rindfleisch, ein Bier und einen Cocktail.
Der Kellner sagt, er bringt den Cocktail erst in 10 Minuten, denn dan ist HappyHour – passt.
Die 2 jungen Männer, 30 und 40 Jahre, vom Nachbartisch bitten mich an ihren Tisch.
Und so begann ein extrem lustiger Abend.
Wer „Manuela“ ist und was es mit einem 1Mio € Kopfkissen auf sich hat, diese Geschichte wird die „3 Flamingos“ nicht verlassen und bleibt ein Insider.
Zu späterer Stunde haben wir dann noch die Bar gewechselt – siehe Bild li und re.


Einreise am Übergang Diama (17.4.26)
Dokumente:
kein Visum erforderlich
fürs Auto gibts ein 48h Passavant an der Grenze, das man mit 2 maliger Verlängerung max. 17 Tage nutzen kann; Carnet de Passage für längere Aufenthalte notwendig.
Innerhalb dieser 48h muß man das Carnet in Dakar (14.69536, -17.43678) stempeln lassen.

Nach dem Senegal kommt der Senegal.
Wie oft habe ich in den letzten Wochen und Monaten in diversen Reiseberichten änliche Aufnahmen dieser Brücke über den Fluß Senegal gesehen. Nun endlich bin auch ich hier.
Was für ein tolles Gefühl!
Ich erreiche das wirkliche Afrika! Mit dem eigenen Auto! Mittlerweile 6000km von München!
Ich freu mich riesig auf das Unbekannte, das mich erwartet und das ich bisher nur aus Büchern, Filmen, Erzählungen und dem Internet kenne.
Aber erstmal heißt es bezahlen: 12.500,- CFA (westafrikanische Franc, etwa 19,-€) für das Überqueren der Brücke – mit Quittung. Die Schranke geht auf, ich kann eigentlich in den Grenzbereich einfahren, aber da kommt mein unvorbereiteter und hilfloser Chinese angelaufen und ich muß ihm erst erklären, was er zu machen hat.
Als ich dann das Auto an dem mir zugewiesenen Stellplatz abstell, kommen zu mir
– 2 Fixer: blablabla – ich wimmel ab – beide wie im Chor: ‚ok, wenn du Hilfe brauchst ich bin hier‘
– 1 Andenkenverkäufer: blablabla – ‚danke, erst werde ich meine Papiere erledigen‘ – ‚ok, ich bin hier‘
– der Sim-Karten Verkäufer: blablabla – ‚danke, erst werde ich meine Papiere erledigen‘ – ‚ok, ich bin hier‘
– der Versicheungsverkäufer: ob ich eine Versicherung benötige, gib mir einen Fiche – ‚danke, erst werde ich meine Papiere erledigen‘ – ‚ok, ich bin hier‘
– mein Chinese: ‚was müßen wir jetzt machen?‘
Irgendjemand weist uns den Weg zum rechten Häuschen, die Polizei: Papiere abgeben, Stempel, fertig, ohne Wartezeit.
Der Versicherungs-Heini kommt wieder, er will den Fahrzeugschein und den Paß. Ich erklär ihm, daß ich erst zum Zoll gehe – ‚ok, ich bin hier‘
Der Sim-Karten Verkäufer kommt wieder: blablabla – ‚danke, erst werde ich meine Papiere erledigen‘ – ‚ok, ich bin hier‘
Irgendjemand weist uns den Weg zum linken Häuschen, der Zoll: Papier abgeben, das Passavant wird ausgestellt für 48 Stunden, 5000,- CFA für das Passavant.
Der Zöllner reicht mir die Papiere mit dem Hinweis, daß ich innerhalb von 48h mein Carnet in Dakar beim Zoll abstempeln lassen muß.
Ich frage naiv nochmal nach: 48h? heut is Freitag! – das bedeutet also am Sonntag! (natürlich wußte ich die Antwort schon, darum habe ich den Einreisetag auf Freitag gelegt!)
Der Beamten dreht sich zu seinem Vorgesetzten um: blablabla – das Büro hat am Montag erst wieder geöffnet, also am Montag in Dakar.
Sehr gut, das war mein Ziel: 72h um nach Dakar zu fahren und nicht nur 48h – vermerken wollte er es auf dem Passavant aber nicht – fertig, ohne Wartezeit.
Der Zöllner will die Papiere von dem Mann aus China, der versteht kein Wort und frägt mich. Ich erkläre ihm per google-Translator. Der Zöllner wird ungeduldig. Der Andenkenverkäufer kommt und fängt mit mir ein Gespräch an, zeigt mir sein selbst gefertigtes, aus Draht gebogenes, etwa 20cm großes Spielzeugauto, bei dem man sogar die Türen öffnen kann. Scherzhaft frägt er, ob wir die Autos tauschen wollen: seins gegen meins!
Der Zöllner frägt den Chinesen nach dem Carnet – der Chinese frägt mich was der Zöllner von ihm will – ich erkläre dem Chinesen die Situation – Mister Unvorbereitet hat kein Carnet – der Zöllner wird ungeduldig.
20 Jahre Konzeptplanung lassen mich die Situation mit Ruhe und Gelasseneit ertragen (meine ehemaligen Kollegen wissen was ich meine)
Auch Mister Ahnungslos hat seine Unterlagen und frägt mich wie es weitergeht. Ich geb ihm noch die Koordinaten vom Zoll in Dakar und sag ihm, daß er am Montag dort die Verlängerung machen muß. Jetzt brauchen wir noch die Versicherung.
Ich geh zu dem Versicherungsmann, der mir erklärt mir irgendwas und ich verstehe nur, daß er meine Dokumente braucht und er mit den Dokumenten dann den Grenzbereich verlassen will um im nahegelegen Ort die Versicherung zu machen und dann zurückkommt. Sorry, aber das fällt aus! Meine Dokumente gehen nur mit mir gemeinsam irgendwo hin. Ich laß den Versicherungs-Heine stehen und gehe Richtung Container, an dem groß das Schild „Versicherung“ hängt.
Heini ist beleidigt, geht zu seinem X3 (!) und setzt sich rein.
Der Andenkenverkäufer rettet die Situation und erklärt nochmal, daß der Versicherungs-Container geschloßen hat, das Büro im nächsten Ort ist und Heini nur Fotos macht von Dokumenten macht, diese Fotos ins Büro schickt, ich den Fahrzeugschein und den Pass zurückbekomme, hier warte, Heini die Versicherungsunterlagen abholt, hierher zurück kommt, ich die Versicherungspolice bekomme und dann bezahle. Jetzt habs auch ichs kapiert!
Der Chinese will wissen was jetzt passiert!
Eine Sim-Karten Verkäuferin kommt hinzu: blablabla – ‚danke, erst werde ich meine Papiere erledigen‘ – ‚aber ich brauch doch eine Sim-Karte für den Senegal, das ist mein Business‘
Ich geh zu dem Auto des Versicherungsmann, entschuldige mich für das Mißverständnis. 15 Minuten später kommt er mit der Police retour und kassiert die Prämie.
Der Chinese ist verwundert, warum ich 2 Blatt Papier bekommen habe und er nur 1 Blatt – ‚weil deins doppelseitig kopiert ist und meins jeweils nur einseitig!‘
Ich steig ins Auto.
Um nochmal klar zu stellen: Ankunft an der Grenze auf mauretanischer Seite bis Verlassen der Grenze auf senegalesischer Seite: 3h, das is ok!
Nach 2km ein Kontrollposten des Zoll, ich werd rausgewunken – ‚ja, er müße das Auto innen drin kontrollieren‘ – ok!, ausgestiegen, meine Leiter an die Eingangstür gelehnt und die Tür aufgemacht, bitteschön – der Zöllner schaut fragend und meint ‚wurde das Auto an der Grenze schon durchsucht‘ – ‚aber ja, selbstvertändlich!‘, Pinocchio hätte sich für seine lange Nase geschämt! – ‚ja dann brauch ich das nicht mehr zu machen, gute Fahrt und willkommen in Senegal‘.
Der Chinese fährt mir immer noch hinterher, den werd ich wohl nicht so schnell wieder los. Zum Glück biegt Mister Unvorbereitet nach 5km in eine Tankstelle ab. Meine Freude hält sich in Grenzen, denn die Wahrscheinlichkeit, daß ich ihn am Montag beim Zoll in Dakar wieder treffen werd, liegt bei 99,9%!
übrigens:
– kostenlos Geld abheben mit VISA: bei der „Banque de Dakar“, manchmal auch bei der „Ecobank“, aber nicht immer
– Sim-Karte hatte ich von „Orange“

Grias di Sepp,
des schöne is, jetzt hab ich die Zeit um gelassen zu sein. Leider kann ich hier nur den Bruchteil schreiben, was ich wirklich alles erlebe.
Es ist gigantisch und ich bin so überrascht, ich hab das nicht erwartet und ganz anders vorgestellt. Das Schlimme ist, so viele Menschen würden einfach mal gerne Europa besuchen und kennenlernen, so wie ich ihre Länder kennenlernen darf. Ich kann den Leuten nur Internet-Bilder zeigen von Bergen, Schnee, Almwiesn, bayrischer Tracht, Brezn, Maibaum, Blasmusik usw. – da stehen die Münder öffen vor staunen: ’so grün und so sauber‘
Jemand aus Tunesien hat mich gebeten, ihm möglichst viele Bilder aus Deutschland zu schicken, denn „ich weiß, ich werde da nie hinkommen und es selbst sehen“.
Da merk ich erst, wie gut es mir geht mit einem deutschen Reisepass.
Wenn ich im Sommer daheim bin, dann hock ma uns zam, trink ma a Halbe und ratsch ma mal!
Grüße aus Bissau.
Bernhard
Hallo Bernd
Es ist wieder immer wieder schön deine Berichte zu lesen die nicht geschönt sind und die Wirklichkeit abbilden. Ich muss dich bewundern wie gelassen du bei den ganzen Schikanen, Problemen und Bürokratismus bleibst. Offensichtlich erlebst du aber auch wahre Gastfreundschaft und Offenheit. Wenn ich deine Berichte lese verstehe ich warum die Menschen zu uns kommen möchten.
Wünsche dir noch viele schöne Momente, eine gute, unfallfreie Fahrt und hoffe wir sehen uns bei Gelegenheit mal wieder.
Ich bleib dir weiter auf den Fersen 🙂
Grüße
Sepp