Bosnien i Herzegowina – Serbien – Montenegro (26.3. – 6.4.25):
An der Grenze von Bosnien nach Kroatien:
Ich steh wie immer in der PKW-Spur. Die Höhe des Fensters ist natürlich für PKWs augelegt. Ich reiche meine Dokumente nach unten!
Ein Kopf erscheint durchs Fenster: „Was ist das für ein Fahrzeug?“
Ich: „Das ist ein Wohnmobil!“
Grenzer: „Das will ich mir anschauen, fahren Sie bitte rechts ran!“
Ich hol die Leiter, öffne die Tür zum Container, Grenzer steigt ein und zieht die Schuhe aus!
„Oh das sieht ja sehr gut aus. Haben sie etwas anzumelden? Waffen, Drogen, Zigaretten?“
„Ich habe eine Stange Zigaretten dabei.“
Grenzer: „Das ist verboten, max. 2 Päckchen.“
Ich: „Echt, ich dachte 1 Stange ist ok!?“
Grenzer: „Wenn sie mit dem Flugzeug ankommen oder mit dem Schiff, dann ja. Auf dem Landweg nur 2 Packungen. – Was ist denn da drin?“ – deutet auf den Schrank, aber nicht auf den Kühlschrank – „das ist ja alles sehr praktisch eingerichtet. – Ach das ist ja hier ein komplettes Bad, mit WC und Dusche, sehr schön!“
Grenzer zieht die Schuhe wieder an, gibt mir die Papiere und wünscht mir eine gute Reise. – Alles gut.
Über Triest, Udine, Bruneck, nach Brixen zum Wein einkaufen und dann über die Brennerstaatsstraße nach Innsbruck und ab nach Hause zum Zahnarzt.
Bosnien i Herzegowina:
***Nachtrag 11.2025: bitte lest unter „denk mal“ den Beitrag „Sarajevo Safari“***






Montenegro:
Grenzübertritt von Montenegro nach Bosnien:
Wir erreichen die Grenze. Der montenegrinische Grenzer nimmt unsere Pässe entgegen und die Fahrzeugpapiere und schaut uns fragen an: er bräuchte noch die die Steuernachweise.
Wir schauen uns fragend an: „Welche Steuernachweise?“
Grenzer: „Sie waren jetzt 10Tage in Montenegro, sie müssen doch irgendwo übernachtet haben. Zusammen mit Übernachtungsquittungen gibt es die Steuernachweise.“
Wir: „Das ist ein Wohnmobil. Wir haben da drin geschlafen.“
Grenzer: „Auch Campingplätze stellen die Steuernachweise aus.“
Wir: „Campingplätze haben noch nicht geöffnet. Wir sind frei gestanden“
Grenzer: „Sie waren 10 Tage in Montenegro und haben kene Steuern bezahlt? – Das geht nicht!“
Wir haben uns dann geeinigt, daß wir beim nächsten mal ….
Grenzer: „Wie schwer ist das Auto?“
Ich: „19 Tonnen.“
Grenzer: „100m weiter kommt auf bosnischer Seite eine Brücke, die ist auf 12 Tonnen begrenzt. Da werden sie Probleme bekommen!“
Zum Glück hat es die Bosnier nicht interessiert, es hätte ca 150km Umweg bedeutet.






Alice und Sascha spielen das erste mal „Mensch ärgere dich nicht“ – die 2 haben zusammengehalten






Kleines Mistgeschick:
Eine enge 90° Kurve auf schmaler Straße wurde zum Verhängniss. Um hinten links mit den Rädern nicht in den Graben zu rutschen, wollte ich vorne rechts möglichst weit außen fahren und bin dort in den Graben gerutscht.
Die dadurch hervorgerufene Rahmenverschränkung hat dazu geführt, daß ich den Rückwärtsgang nicht mehr einlegen konnte. Es blieb nichts anderes übrig, als uns mit der Winde rauszuziehen. Natürlich hats geregnet und die Straße in eine einzige Schlammschicht verwandelt, so daß das Abrollen des Seils zur Rutschpartie wurde.
Nachdem das Auto befreit war und ich die Kurve richtig angefahren bin war die Stelle auch zu meistern.


Der Ziegenjoghurt:
Auf dem Weg in die Berge wurden die Straßen immer kleiner, aus Straßen wurden Wege, die Wege immer kleiner und plötzlich standen wir mitten in einem Hof und dann gings für meine Fahrzeuggröße nicht mehr weiter. Der Bauer fragte uns, wo wir denn hin wollten. Er hat uns gesagt, daß es hier nicht mehr weiter geht und gefragt ob wir einen Kaffee möchten. Alice entschied für uns: warum eigentlich nicht. Wir bekamen eine Führung über den Hof und saßen danach in der Wohnküche. Der Tisch wurde gedeckt mit Kaffee, Milch, Kekse, Käse, Brot, Dörrfleisch, Brenesselstudel und einer Tasse Ziegenjoghurt. Alice nutze die Gelegenheit um zu duschen. Nach gut 2 Stunden sind wir dann wieder aufgebrochen.
Am Abend hat Sascha dann gesagt, daß er sich nicht wohl fühlt und sein Magen grummelt. Weil es auch in strömen geregnet hat, haben die beiden dann im Auto übernachtet.
In der Nacht hat mich dann ein würgen geweckt. Ich hab Sascha schnell einen Eimer gegeben und da fing auch Alice an, sich den Ziegenjoghurt nochmal durch den Kopf gehen zu lassen – es war eine kurze Nacht.

Serbien – quasi ausgewiesen:
Von Sarajevo gings über extrem kleine Bergstraßen und wie waren relativ schnell in Serbien angelangt. Es war hat schon gedämmert, als wir einen passenden Übernachtungsplatz gefunden haben, der für ihr Zelt und auch für mein Auto gepasst hat.
Gegen 22Uhr, wir lagen schon in der Koje kam die serbische Polizei und hat uns mit der Sirene geweckt und die Pässe kontrolliert, incl. Funkabfrage! Ihr Auto stand quer auf der Straße mit eingeschaltetem Blaulicht!
Ich hab dann gefragt, ob es ein Problem gibt und die Polizisten erklärten uns, daß wir es versäumt hätten uns bei der örtlichen Polizei zu melden. Später sagten sie, wir wären in einem gesperrten Gebiet, angeblich militärisch. Wieder später sagten sie uns, wir wären zu nahe an einer Moschee. Irgendwie war das alles sehr undurchsichtig. Zum Schluß erklärten sie uns, daß wir hier nicht bleiben könnten, sie geben uns 1 Stunde Zeit, die Sachen zusammen zu packen, sie warten bis dahin und außerdem sollten wir am besten das Land verlassen, dann würden sie keinen Bericht schreiben.
Alice und Sascha haben ihr Zelt abgebaut und wir sind dann in der Nacht die 50km bis nach Montenegro gefahren.
Ich hab keine Ahnung was das ganze sollte, sowas hab ich noch nicht erlebt.
Bei der Einreise nach Montenegro würden wir von der Polizei, dem Zoll und vor FRONTEX (was machen die an der Grenze zu Montenegro) kontrolliert. Der Beamte von Frontex ist sogar mit unseren Pässen für 15min im Hauptgebäude verschwunden.
Alles in allem eine komische Situation, ob ich jemals wieder nach Serbien fahr ist fraglich.
Alice und Sascha:
Ich bin in Sarajevo angekommen, als ein junges Päarchen nach einer Mitfahrgelegenheit suchten. So habe ich Alice und Sascha kennengelernt. Die beiden kommen aus St. Petersburg und sind nach Sarajevo geflogen um sich für 10 Tage den Balkan anzuschauen. Schnell war klar, daß wir diese Zeit gemeinsam verbringen wollen. Auch sie wollten wie ich in die Berge und in die Nationalparks.




Albanien:
Geschichte:
Das heutige Gebiet von Albanien wurde schon immer umkämpft: mal unter römischer Herrschaft, dann unter byzantinscher, dann wurde es von den Slawen geplündert, später stand es unter bulgarischer Herrschaft und vielen die Normannen in das Land ein, dann die Osmanen und die Griechen. 1920 wurde das junge Albanien gegründet aber mit schnell wechselnden Regierungen, Diktaturen, autoritären Herrschaften bis hin zur Monarchie. In der Zeit des ersten Weltkrieges versuchte Albanien dann, die Verhältnisse zum Königreich Italien zu verbessern, wurde dann vom fasischtischen Italien besetzt, später von NS-Deutschland. Partisanenkriege gegen die Besatzer waren die Folge.
Albanien versuchte sich eng an Jugoslawien zu schließen und somit an die UdSSR, mit der sie 1961 brach und sich an China anlehnte, um1968 in den Warschauer Vertrag einzutreten. Aus Angst vor einer erneuten Invasion wurden im ganzen Land 200.000 Bunker gebaut, die heute noch stehen.
Seit 2014 versucht sich Albanien an die EU anzuschließen und ist Beitrittskandidat.
Die rote Hintergrundfarbe der Nationalfahne steht für das vergossene Blut.
Die Einreise (20.3.25)
Die Polizei hat den Ausweis kurz auf den Scanner gehalten und sich die Daten vom Fahrzeug im PC notiert.
Der Zöllner hat sich nur für die Hupe an meinem Auto interessiert und war zufrieden als ich sie betätigt habe. Der Übertritt war in 5 Minuten erledigt.
In einem kleinen Cafe im nächsten Ort habe ich gefragt, wo ich Geld wechseln kann. Die Wirtsleute waren gerade beim Mittagessen. Die Wirtin hat mir schnell 50€ gewechselt.
Eine Sim-Karte habe ich auch gefunden, nachdem ich 3 Verkaufsstellen besucht habe. Die Erste hatte keine, der 2. Laden wurde gerade renoviert.












Es ist mein 4. Besuch in Albanien, die anderen Besuche lagen zwischen 2013 und 2015.
Es hat sich viel getan in Sachen Müll.
Ich erzähl Euch noch eine kleine Geschichte aus 2015:
Ich bin damals mit dem Motorrad am Strand bei Durres angekommen, eine Familie sitzt im Schatten der Bäume beim Picknick. Daneben war ein schöner ebner Platz fürs Zelt, also habe ich die Familie gefragt, ob es für sie ok ist, wenn ich hier mein Zelt aufstelle.
‚Kein Problem, wir fahren sowieso gleich‘ – sie kommen morgen in der früh wieder: ‚bist du dann auch noch da?‘ – ‚ich übernachte hier‘ – ’schön, dann können wir uns morgen unterhalten‘. Zum Abschied haben sie mir noch eine handvoll frischer Feigen geschenkt und sie haben mir ihre Telefonnummer gegeben, falls ich mal in Tirana bin oder Hilfe brauche.
So habe ich Alfons und seine Familie kennengelernt.
Am nächsten Tag ist die Familie um 9 Uhr wieder am Strand angekommen. Alfons hat gesagt: ‚laß uns in der Strandbar dort einen Kaffee trinken gehen‘ – aus dem Kaffee wurde dann ein Raki! und bei dem einen blieb es nicht.
Dann hat er erzählt: er ist 49 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, er war 25 Jahre bei der albanischen Post angestellt und wurde dann gekündigt wegen Stellenabbau – das Land hatte damals eine Arbeitslosenquote von 30%.
